Ärzte Zeitung, 09.04.2009

Impfausgaben halbieren sich, der Arzneiumsatz schrumpft

Nach starkem Anstieg noch im Dezember sinken die Arzneiausgaben im Februar

FRANKFURT/MAIN (fst). Die Impfausgaben zu Lasten der gesetzlichen Kassen haben sich seit Dezember 2008 im Vergleich zum Herbst des Vorjahrs mehr als halbiert.

Patentgeschützte Arzneien und Generika weisen durchgehend deutliche Wachstumsraten aus, Altoriginale dagegen brechen um etwa 20 Prozent ein.

Nach Angaben des Marktforschungsunternehmen IMS Health zahlten die Kassen von Dezember 2008 bis Februar für Impfstoffe insgesamt 226 Millionen Euro. Von September bis November 2008 betrugen die Impfausgaben dagegen 482 Millionen Euro. Regelrecht eingebrochen sind die Ausgaben für die HPV-Impfung. Von März bis Mai 2008 entfielen auf diese Einfach-Impfstoff-Gruppe Ausgaben von fast 162 Millionen Euro, dagegen waren es im jüngsten Quartal nur noch etwa 58 Millionen Euro. Etwa jeweils die Hälfte dieser Ausgaben geht auf die HPV-Vakzine zurück.

Auch bei den gesamten GKV-Ausgaben - seit Dezember 7,583 Milliarden Euro - gibt es viel Bewegung. So verbuchten die Kassen noch im Dezember, einem klassischen "Bevorratungsmonat" der Verbraucher, ein Ausgabenplus von 11,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dagegen stiegen die Ausgaben im Januar 2009 nur noch um 0,4 Prozent. Im Februar sanken die GKV-Ausgaben für Arzneimittel und Impfstoffe sogar um 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Das starke Plus im Dezember ist somit allein ursächlich für die noch steigenden Ausgaben im jüngsten Quartal.

Lässt man die Impfstoffe außen vor, so ergibt sich in den letzten drei Monaten ein Umsatzplus bei verschreibungspflichtigen Arzneien von 4,6 Prozent, bei rezeptfreien Arzneien sank der Umsatz um 0,4 Prozent. Bei verschreibungspflichtigen Arzneien haben patentgeschützte Präparate fast durchgehend zweistellig zugelegt. Generika verzeichneten zuletzt ein Wachstum von 7,2 Prozent.

[09.04.2009, 12:20:44]
Dr. Hans Winkler 
Rückgang dr Grippeimpfungen?
Im letzten Jahr haben unsere Patienten weniger Grippeimpfungen gewollt. Auch mit dem Argument,
im Herbst und Winter bekommt man die Grippe nicht, im Frühjahr doch, trotz Spritze. Das machte
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Barbara Winkler zum Beitrag »

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