Ärzte Zeitung, 23.04.2009

Kommentar

Mehr Belege für Sinn der Prävention!

Von Ilse Schlingensiepen

Wenige Dinge sind so wenig umstritten wie die Prävention. Zwar gehen die Meinungen darüber auseinander, ob sich durch Vorbeugung langfristig die Kosten im Gesundheitswesen senken lassen oder welche Ansätze am besten sind. Kaum jemand zweifelt aber am Sinn der Prävention.

Umso erstaunlicher ist es, dass es für ihre Wirkung offenbar kaum Belege gibt. Das hat eine internationale Untersuchung des Instituts für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie (IGKE) gezeigt. Das Problem liegt danach nicht darin, dass die Prüfung verschiedener Präventionsansätze negative Ergebnisse gebracht hätte. Nein, nur wenige Wissenschaftler haben die Maßnahmen überhaupt evaluiert.

Klar ist: Ein Vorhaben wie das Präventionsgesetz kann sich nicht nur auf die Hoffnung stützen, dass Vorbeugung schon helfen wird. Die ernüchternden Ergebnisse dürfen aber auch nicht zur Folge haben, das Gesetzesprojekt aufzugeben. Der Vorschlag der IGKE-Wissenschaftler, viele verschiedene Präventionsmaßnahmen regional und zeitlich begrenzt einzuführen und zeitnah zu evaluieren, ist sinnvoll. Nur so lässt sich herausfinden, wie effektiv die Angebote sind. Nur was nachweisbar wirkt, sollte auch großflächig ausgerollt werden.

Lesen Sie dazu auch:
Präventionsmodelle werden kaum hinterfragt

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