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Ärzte Zeitung, 24.04.2009

Kommentar

Sag, wo sie geblieben sind ...

Von Ilse Schlingensiepen

Es ist noch nicht lange her, da hatten Klinik-Berater ein lohnendes Geschäftsfeld entdeckt: Mit der Behandlung von Patienten aus dem Ausland könnten sich die Häuser aus den Fesseln der Budgets befreien und ihre wirtschaftliche Situation verbessern, prognostizierten sie.

Das war die Theorie. Die Praxis sieht anders aus. Nur wenige Patienten machen sich offenbar auf, um sich in deutschen Kliniken behandeln zu lassen. Im Jahr 2006 waren das nach dem Krankenhaus Rating Report gerade einmal 64 000. Darunter werden auch viele Touristen sein, die während eines Urlaubs in Deutschland ins Krankenhaus müssen.

Gerade Patienten aus der Golfregion wurden den Krankenhäusern oft als attraktive Zielgruppe geschildert. Doch auch ihre Zahl blieb mit knapp 2000 bescheiden. Die meisten suchten aus grenznahen Gebieten den Weg in hiesige Kliniken. Die Untersuchung zeigt, dass die Behandlung von Patienten aus dem Ausland kein Allheilmittel ist, um Kliniken auf eine solide finanzielle Grundlage zu stellen.Wer mit der Grund- und Regelversorgung nicht klar kommt, dem hilft dieser Ausweg nicht. Für einzelne Häuser, die sich mit besonderen Angeboten engagieren, kann er ein "Zubrot" sein - mehr aber auch nicht.

Lesen Sie dazu auch:
Patienten aus dem Ausland - oft im Fokus, selten gesehen

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