Ärzte Zeitung, 15.06.2009

Bätzing fordert mehr Maß bei Alkoholkonsum

BERLIN(dpa). Zu Mäßigung beim Alkoholkonsum hat die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, aufgerufen. "Alkohol zu trinken setzt immer eine Verantwortung für Maß, Ort und Zeit voraus", sagte sie in Berlin zum Start der Aktionswoche "Alkohol - Verantwortung setzt die Grenze". Ein Verzicht auf Alkohol im Kindes- und Jugendalter, im Straßenverkehr, bei der Arbeit und während der Schwangerschaft sollte selbstverständlich sein. Während der einwöchigen Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) soll es bundesweit mehr als 2200 Veranstaltungen geben.

DHS-Geschäftsführer Raphael Gassmann sagte, Deutschland liege im statistischen Vergleich mit anderen Ländern weit vorne. "9,9 Liter reiner Alkohol pro Kopf und Jahr: 6. Platz weltweit! Der Alkoholkonsum in Deutschland ist extrem." Gleichzeitig betonte er, Erwachsene - Hersteller, Händler, Werbetreibende, Eltern - hätten eine besondere Verantwortung "für das Verhalten junger "Nachwuchstrinker". Einer Studie zufolge trank im vergangenen Jahr ein Fünftel der Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren exzessiv Alkohol.

Insgesamt gelten in Deutschland einer gemeinsamen Erklärung von DHS, BZgA und der Drogenbeauftragten der Bundesregierung zufolge 1,3 Millionen Menschen als alkoholabhängig. Bei 2 Millionen liege ein Alkoholmissbrauch vor, bei mehr als 9,5 Millionen Deutsche nehme der Konsum riskante Ausmaße an.

BZgA-Direktorin Professor Elisabeth Pott lobte vor Beginn der Aktionswoche das Engagement von Sportvereinen, die rund ein Drittel aller Veranstaltungen ausrichten. Das zeige, "welche Verantwortung und Vorbildfunktion" die Vereine hätten, die "ganz wichtige Partner in der Suchtvorbeugung" seien.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Antibiotika gegen Rückenschmerzen

Verursachen Bakterien heftige Bandscheiben-Beschwerden? Für Forschungen zur Behandlung von Rückenschmerzen mit Antibiotika wurde jetzt der Deutschen Schmerzpreis verliehen. mehr »

Ethikrat sucht nach dem goldenen Mittelweg

Wann ist eine medizinische Zwangsbehandlung fürsorglicher Schutz, wann ein unangemessener Eingriff? Diesen Fragen widmet sich aktuell der Deutsche Ethikrat. mehr »

Ein Wettbewerbsverbot ohne Entschädigung ist ungültig

Wettbewerbsverbot ohne Karenzentschädigung? Das geht nicht, urteilt das Bundesarbeitsgericht. Ist das im Arbeitsvertrag dennoch so vorgesehen, können Arbeitnehmer nachträglich aber kein Geld einklagen. mehr »