Ärzte Zeitung, 22.06.2009

EU-Regelung zum "Klonfleisch" wird vorbereitet

LUXEMBURG/BRÜSSEL(dpa). Die Europäische Union will die Vermarktung von "Klonfleisch" regulieren. Die Agrarminister der 27 Mitgliedstaaten kamen am Montag in Luxemburg zu Beratungen über ein entsprechendes gemeinsames Vorgehen zusammen.

Derzeit gibt es in Europa kein Fleisch oder Milchprodukte von geklonten Tieren oder ihren Nachkommen. Aufgrund einer Regelungslücke wäre es EU-Experten zufolge theoretisch aber möglich, diese Produkte in die Supermärkte zu bringen. Es gibt dafür bislang kein explizites Verbot.

EU-Diplomaten betonten, dass es noch keinerlei Anträge seitens der Industrie gebe. In den USA und Kanada wird "Klonfleisch" verkauft. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat "Klonfleisch" grundsätzlich als gesundheitlich unbedenklich eingestuft. Es müsse aber weiter geforscht werden.

Die EU-Staaten wollten die Vermarktung ursprünglich in einer neuen EU-Verordnung über "neuartige Lebensmittel" regeln. Diese soll künftig für Lebensmittel, die nach Mai 1996 auf den Markt gekommen sind, spezielle Anmeldeverfahren vorschreiben. Eine Mehrheit, darunter Deutschland, sprach sich dafür aus, die Zulassung von "Klonfleisch" in einer eigenen Verordnung zu regeln. Das geplante Gesetz sieht vor, Produkte von geklonten Tieren sowie der ersten Generation ihrer Nachkommen mit dem EU-Anmeldeverfahren über die EFSA zuzulassen.

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