Ärzte Zeitung, 24.07.2009

Kommentar

Praxistest gegen Polemik

Von Christiane Badenberg

Ob ärztliche Leistungen an Pflegekräfte delegiert werden sollen, ist ein oft mit viel Polemik von beiden Seiten diskutiertes Thema. Und es ist auch nicht unumstritten, dass immer mehr Tätigkeiten, die zurzeit noch von gut ausgebildeten Pflegekräften ausgeführt werden, einfach von Servicekräften übernommen werden können.

So muss sicher niemand examiniert sein, um das Essen auszuteilen. Aber eine Schwester, die über ein umfassendes medizinisches Wissen verfügt, registriert mit ganz anderer Aufmerksamkeit, ob ein Patient überhaupt isst. Doch bislang weiß niemand, welche Konsequenzen die Delegation von Leistungen hätte.

Vielleicht ist es wirklich nicht ratsam, wenn Ärzte Aufgaben abgeben, vielleicht haben andere organisatorische Änderungen so gut wie keine negativen oder aber sogar positive Auswirkungen.

Deshalb ist das Modellprojekt, das in Rheinland-Pfalz geplant ist, sehr zu begrüßen. Hier soll an vier verschiedenen Kliniken erprobt werden, wie die Aufgabenverteilung effizienter organisiert werden kann. Die Auswertung des Modellprojekts könnte dazu beitragen, die Diskussion von der polemischen auf eine sachliche Ebene zu heben. Zum Vorteil von Ärzten, Pflegekräften und Patienten.

Lesen Sie dazu auch:
Rheinland-Pfalz erprobt Delegation von Leistungen

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