Ärzte Zeitung, 16.10.2009

Garg neuer Gesundheitsminister im Norden

FDP-Politiker gilt als versierter Fachmann mit offenem Ohr für die Belange der Ärzte

KIEL (di). In Schleswig-Holstein fällt das Gesundheitsministerium an die FDP. Mit Dr. Heiner Garg soll ein ausgewiesener Fachmann das Ressort übernehmen.

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Vom Gesundheitsexperten der Fraktion zum Minister: Volkswirt Dr. Heiner Garg.

Foto: dpa

Dies sickerte kurz vor Abschluss der Koalitionsgespräche zwischen CDU und Liberalen im Kieler Landeshaus durch. Fest steht offenbar, dass die FDP im Norden drei Ministerien bekommt. Neben Gesundheit, Arbeit und Soziales sind dies Bildung sowie Justiz. Garg war von Beginn an als einzige Personalie für das Gesundheitsressort gehandelt worden.

Dem Volkswirt wurden auch Ambitionen auf das Wirtschaftsressort nachgesagt, das nun aber an die CDU fällt und offensichtlich von Jost de Jager geführt werden soll. De Jager hatte als Staatssekretär im Wissenschaftsministerium eine tragende Rolle im Privatisierungsprozess des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein gespielt.

Garg ist neben seiner Vorgängerin Dr. Gitta Trauernicht (SPD) der bekannteste Gesundheitspolitiker im Norden. Er kennt sich detailliert mit den Problemen der niedergelassenen Ärzte aus und teilt in vielen Fragen deren Auffassungen. So gilt er etwa als entschiedener Gegner von MVZ, die von Kapitalgesellschaften geführt werden und damit selbstständig tätigen Ärzten die Existenz erschweren. In der Diskussion um die Honorare hatte Garg den Ärzten als einer der wenigen Politiker öffentlich den Rücken gestärkt und war von Beginn an für mehr regionale Spielräume bei der Honorargestaltung eingetreten.

Der 43-Jährige kam nach Studium und Promotion in seinem Heimatort Freiburg in den Norden. 1995 begann er als wissenschaftlicher Assistent der FDP-Landtagsfraktion, sich in der Gesundheitspolitik zu engagieren. Der ledige Politiker gibt Spanien, Papageien und Ski alpin als seine Hobbys an.

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