Ärzte Zeitung, 11.11.2009

Bürger votieren in Bayern gegen Klinikverkauf

MÜNCHEN (sto). Die drei Kreiskrankenhäuser in Pfarrkirchen, Eggenfelden und Simbach im Landkreis Rottal-Inn in Niederbayern dürfen nicht verkauft werden.

Bei einem Bürgerentscheid, den die Aktion "Krankenhäuser in Bürgerhand" initiiert hatte, haben sich am 8. November fast 90 Prozent der Wähler gegen einen Verkauf der drei Krankenhäuser an die Rhön-Klinikum AG ausgesprochen. Die Wahlbeteiligung lag bei 54 Prozent. Der Kreistag hatte den Verkauf an die Rhön-Klinikum AG Mitte Oktober mit einer Drei-Viertel-Mehrheit beschlossen.

Der Landkreis hatte sich wegen der hohen Defizite der drei Krankenhäuser, in denen rund 1200 Mitarbeiter beschäftigt sind, zum Verkauf entschlossen. Als Kaufpreis für die drei Häuser wurden nach Angaben von Landrätin Bruni Mayer 20 Millionen Euro vereinbart. Geplant war, dass die Rhön-Klinikum AG die Kliniken zum 1. Januar 2010 übernehmen. Der Klinikkonzern hatte vertraglich zugesichert, dass alle drei Häuser erhalten bleiben sollten. Der Rhön-Klinikum AG gehören im gesamten Bundesgebiet derzeit 49 Kliniken mit rund 14 000 Betten. Im August 2009 hatte das Unternehmen sein Grundkapital auf 345,6 Millionen Euro aufgestockt. Damit sollten die Voraussetzungen für weiteres Wachstum geschaffen werden. Das Unternehmen rechnet von 2010 an mit einer neuen Privatisierungswelle und beabsichtigt, weitere Kliniken aus der öffentlichen Hand übernehmen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »