Ärzte Zeitung, 17.11.2009

Hohe Kosten durch Osteoporose in Industrieländern

BERLIN (af). Bei der Aufklärung über Knochenschwund setzt die Internationale Osteoporose Stiftung (IOF) auf den Dialog der Generationen. Töchter sollen mit ihren Müttern über die Risiken der Osteoporose sprechen.

Die Krankheit verursache starke Schmerzen, könne zu Deformationen des Skeletts und zum Verlust der Unabhängigkeit führen, sagte Marianne Koch. Die ehemalige Schauspielerin moderierte eine Veranstaltung der von der IOF initiierten Kampagne "Timeless Women" in Berlin. Bei frühzeitiger Diagnose könnten Patienten mit Osteoporose gut behandelt und sogar geheilt werden, sagte Koch, die nach dem Ende ihrer Leinwandkarriere als Ärztin praktizierte.

Einer aktuellen Umfrage unter Frauen zwischen 25 und 45 Jahren zufolge steht das Thema Gesundheit bei den Gesprächen von Müttern und Töchtern an oberster Stelle.

Osteoporose spiele dabei aber eine untergeordnete Rolle, sagte Professor Karsten Dreinhöfer vom Medical Park in Berlin. Töchter fürchteten eher einen Schlaganfall oder eine Herzerkrankung der Mutter als die Folgen von Knochenbrüchen aufgrund von Knochenschwund. Die Erhebungen stützen sich auf die gewichteten Aussagen von je 100 Frauen aus Kanada, Frankreich, Deutschland und der Schweiz sowie 100 Chinesinnen.

Ein Drittel aller Frauen über 50 Jahre werde sich wegen dieses Leidens einen Knochen brechen, aber nur 20 Prozent der Männer, sagte die Präsidentin der IOF Judy Stenmark. Weltweit seien 200 Millionen Menschen betroffen. In den Industrieländern lägen die volkswirtschaftlichen Kosten der Osteoporose über denen von Brust- und Prostatakrebs.

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