Ärzte Zeitung, 15.02.2010

DGB-Studie: Arbeitslosigkeit macht krank

BERLIN (dpa). Jahrelange Arbeitslosigkeit beeinträchtigt die Gesundheit der Betroffenen nach einer Untersuchung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) deutlich stärker als bislang angenommen.

Bereits jeder fünfte bis sechste Erwerbslose müsse gesundheitliche Einschränkungen hinnehmen, sagte der Arbeitsmarktexperte des DGB, Wilhelm Adamy. Das seien gut eine halbe Million Betroffene. Bei Arbeitslosen fielen weit häufiger Stoffwechselkrankheiten und mehr als doppelt so viele Krankheitstage durch Krebserkrankungen an als bei pflichtversichert Beschäftigten.

Bei psychischen Störungen liege die Krankheitsdauer sogar um das Vierfache höher. Mehr als jedem siebten Arbeitslosengeldempfänger würden inzwischen Psychopharmaka verordnet. "Arbeitslosigkeit wird zum Stress eigener Art", sagte Adamy der "Rheinpfalz am Sonntag". Adamy forderte eine engere Zusammenarbeit von Arbeitsagenturen, Jobcentern, Gesundheits-, Jugendamt, Krankenversicherung und Schuldnerberatung.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Neuroprothese lässt Gelähmten wieder zugreifen

Eine Neuroprothese ermöglicht einem Tetraplegiker, mit einer Gabel zu essen. Sein Hirn wird dabei per Kabel mit Muskeln in Arm, Hand und Schulter verbunden. mehr »

Mord und Totschlag in deutschen Kliniken?

Eine umstrittene Studie zu lebensbeendenden Maßnahmen in Kliniken und Pflegeheimen erhitzt die Gemüter. mehr »

Bruch mit dem deutschen Verordnungssystem?

Eine Gesetzesänderung ermöglicht Ärzten seit kurzem, Cannabis zulasten der Kassen zu verschreiben. Der Patient bezieht Cannabis aus der Apotheke. Das neue Rechtskonstrukt sehen viele aber als "Systembruch". mehr »