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Ärzte Zeitung, 23.03.2010

Kommentar

Die deutsche Krankheit

Von Christiane Badenberg

Seit Jahren steigen die Zahlen der Menschen, die den Belastungen an ihrem Arbeitsplatz psychisch nicht mehr gewachsen sind. Die Folgen sind fatal. Für die Betriebe, die Krankenkassen und vor allem natürlich für die Betroffenen. Die Unternehmen müssen die Mitarbeiter ersetzen - das kostet. Die Kasse muss die Therapie bezahlen - das kostet auch. Die Betroffenen sind oft Wochen oder Monate aus der Bahn geworfen und erholen sich nur langsam. Das kostet Lebenszeit und Lebensfreude.

Das schlimme an dieser Situation: Sie wird mehrmals im Jahr in den Gesundheitsreports großer Krankenkassen oder wie jetzt bei der Pressekonferenz der Bundespsychotherapeutenkammer thematisiert, aber es ändert sich nichts. Dabei wäre es einfach und gar nicht teuer, die Situation zu verbessern. Denn häufig sind die Mitarbeiter den Anforderungen durchaus gewachsen, aber sie leiden unter Vorgesetzten, die zwar wunderbar mit Zahlen aber nicht mit Menschen umgehen können.

Und hoher beruflicher Einsatz sowie Druck bei mangelnder Wertschätzung - das macht viele Menschen krank. Ändern wird sich an dieser Situation erst etwas, wenn in Deutschland ein Vorgesetzter nicht nur an Zahlen, sondern auch an sozialer Kompetenz gemessen wird.

Lesen Sie dazu auch:
Die moderne Arbeitswelt fordert ihren Tribut

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