Ärzte Zeitung, 05.05.2010

Kommentar

Die Partikular- Demokratie

Von Helmut Laschet

Es spricht nicht gerade für ausgeprägt demokratische Usancen in diesem Lande, wenn während eines Spiels die Spielregeln verändert werden - im konkreten Fall die Dauer der im Herbst zu Ende gehenden Wahlperiode der KV-Vertreterversammlungen. Gesundheitspolitiker der Unionsfraktion, die offenbar solche Pläne wälzen, sollten sich bei ihren Rechtspolitikern Rat holen.

Dass gerade die KBV der Wahlverschiebung Beifall zollt, mutet ebenfalls höchst merkwürdig an. Allein die Tatsache, dass seit Jahr und Tag über die Stärke oder Schwäche der Hausarztfraktion im Vergleich zur Facharztfraktion gestritten wird, zeigt, dass die Selbstverwaltung Probleme bei der Bewältigung ihrer Aufgaben hat. Die Versorgung von Patienten und die Dotierung ärztlicher Leistungen hat Unwuchten. Die berechtigte Vertretung von Belangen der Vertragsärzte gegenüber Politik und Gesellschaft ist im Widerstreit der Interessen geschwächt.

Der Grund: Die Selbstverwaltung wird zerrieben vom Partikularinteresse großer und kleiner Gruppen. Zu fragen ist: Was ist das Selbstverständnis von Mitgliedern der Vertreterversammlung. Sind sie Abgesandte ihrer jeweiligen Fachgruppe? Oder haben sie die gesamte Versorgung und damit alle Ärzte im Blick?

Lesen Sie dazu auch:
Widerstand gegen Verschiebung der KV-Wahl

Topics
Schlagworte
Politik & Gesellschaft (72020)
Organisationen
KBV (6338)
Personen
Helmut Laschet (1245)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »