Ärzte Zeitung, 16.06.2010

"Nullrunde reicht für Sparpaket nicht aus"

FDP-Politiker Bahr widerspricht Unionsberechnungen

BERLIN (af). Daniel Bahr hält die von der Unions-Fraktion anvisierten Einsparungen im Gesundheitswesen von 2,2 Milliarden Euro für nicht realistisch.

"Mit Nullrunden bei Ärzten, Apothekern und Krankenhäusern ist dieser Betrag nicht erreichbar", sagte der Staatssekretär im Gesundheitsministerium bei einer Euroforum-Veranstaltung in Berlin. Unter anderem deshalb, weil es Überschneidungen zwischen den im Pharma-Sparpaket geplanten Einsparungen von 1,5 Milliarden Euro und den Vorschlägen der Union gebe, die am Wochenende bekannt geworden sind. Bahr rechnet bei der Koalitionsklausur zur Gesundheitsreform am Wochenende nach eigenem Bekunden nicht mit konkreten Ergebnissen. "Wir stecken noch mitten in den Verhandlungen", sagte Bahr.

Dabei geht es um das Verfahren, wie im kommenden Jahr voraussichtlich elf Milliarden Euro zusätzlich für den Gesundheitsfonds aufgebracht werden können. Würden die GKV-Sektoren nach der Rasenmäher-Methode gleich belastet, dann müssten alle Leistungsbereiche um rund 2,3 Prozent beschnitten werden, sagte Dr. Thomas Drabinski vom Institut für Mikrodaten-Analyse in Kiel. Wahrscheinlich aber sei, dass die Koalition selektiv spare und Leistungen ausschließe. So würde eine Halbierung des Krankengeldes 3,25 Milliarden Euro bringen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »