Ärzte Zeitung, 23.06.2010

Kommentar

Rauchverbote - ohne Ausnahmen!

Von Thomas Hommel

Nach Schätzungen der WHO sterben jedes Jahr weltweit vier Millionen Menschen vorzeitig an den Folgen des Zigarettenkonsums. Allein in Deutschland werden jährlich 140 000 Tabaktote gezählt, darunter viele Passivraucher. 140 000 Tote - das entspricht in etwa pro Tag einem voll besetzten Jumbojet, der irgendwo über dem Atlantik abstürzt. Ein Zyniker, wer angesichts solcher Dimensionen vom Rauchen als persönlicher Freiheit redet. Rauchen schädigt die Gesundheit - ganz erheblich.

Schon deshalb sollte es ein ausnahmsloses Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden, aber auch in Gaststätten, Kneipen und Bierzelten geben. Ein solches Verbot schützt Nichtraucher vor dem gefährlichen Passivrauchen und unterstützt Raucher beim Versuch, dem blauen Dunst zu entsagen. Untersuchungen des Deutschen Krebsforschungszentrums belegen dies einmal mehr eindrucksvoll.

Umso unverständlicher ist, dass ein in Sachen Gesundheits- und Verbraucherschutz erfahrener Politiker wie Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer solche Expertisen nicht kennt oder nicht ernst nimmt. Im Vorfeld des Anfang Juli in Bayern stattfindenden Volksentscheids über ein Rauchverbot ohne Ausnahme wollte der CSU-Chef jedenfalls keine Empfehlung abgeben. Ein falsches Signal!

Lesen Sie dazu auch:
Krebsforscher fordern strenges Rauchverbot

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