Ärzte Zeitung, 30.08.2010

Raus aus der Psychiatrie, rein in die Psychiatrie

Raus aus der Psychiatrie, rein in die Psychiatrie

Der Drehtüreffekt in der Psychiatrie: Jeder dritte Patient wird früher oder später wieder eingeliefert.

© Ilan Amith / fotolia.com

STUTTGART (mm). Jeder dritte Patient, der in Baden-Württemberg aus stationärer psychiatrischer oder psychosomatischer Behandlung entlassen wird, wird früher oder später wieder dort eingeliefert. Das hat eine Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) ergeben, die in Stuttgart vorgestellt wurde. Gründe für diesen bundesweit zu beobachtenden "Drehtüreneffekt" seien nicht bekannt, sagte Landes-TK-Chef Andreas Vogt.

Mehr Transparenz in der stationären Psychiatrie erhoffen sich die Krankenkassen nun von der neuen Vergütungsreform. Erstmals seit 1. Juli müssen die rund 60 Krankenhäuser und Krankenhausabteilungen für Psychiatrie und Psychosomatik in Baden-Württemberg den Krankenkassen den Schweregrad der Erkrankung nennen sowie die Therapien mitteilen. In Zukunft soll es in der stationären Psychiatrie je nach Erkrankung und Therapie tagesbezogene Pauschalen geben.

Die Vergütungsreform ist nach TK-Einschätzung auch deshalb geboten, weil psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen auch im Südwesten immer mehr zunehmen. Im Jahr 2008 wurden in Baden-Württemberg rund 130 000 Fälle mit dieser Diagnose in vollstationärer Behandlung registriert, im Jahr 2000 waren es noch 100 000.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »