Ihre Meinung ist gefragt: Machen Sie bei unserer Online-Umfrage mit!

Ärzte Zeitung, 21.09.2010

Kommentar

Für Studenten Schnee von gestern

Von Sunna Gieseke

Künftig werden Hausärzte fehlen - und zwar nicht zu knapp. Dennoch lässt sich der ärztliche Nachwuchs nur schwer überzeugen, sich mit einer eigenen Hausarztpraxis niederzulassen - und das trotz unterschiedlichster Konzepte seitens der KVen, Berufsverbände und Landesregierungen.

Eine aktuelle Umfrage der KBV belegt erneut: Die Nachwuchsärzte zeigen nur wenig Interesse an der Tätigkeit als Hausarzt. Und aufs Land, wo der Bedarf besonders groß ist, wollen sie schon gar nicht. Die jungen Ärzte sind selbstbewusst: Sie wissen, dass sie gefragte Kräfte sind; gut ausgebildet und flexibel können sie sich ihre Stelle aussuchen. Warum sollten sie also ausgerechnet als Hausarzt arbeiten? Was den jungen Ärzten vor allem fehlt, sind Strukturen, die es ihnen ermöglichen, in einem Team zu arbeiten, denn sie suchen den fachlichen Austausch. Zudem wollen sie Beruf und Familie vereinbaren können. Und das ist auf dem Land mit einer Einzelpraxis nicht realisierbar. An dieser Stelle sollten neue Versorgungskonzepte ansetzen, die das kombinieren. Denn sonst bleibt eine Einzelpraxis auf dem Land für die Studenten Schnee von gestern.

Lesen Sie dazu auch:
Hausarztpraxis ist für Studenten keine Option
Alles - bloß nicht Hausarzt werden

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Was schützt wirklich vor der prallen Sonne?

Auch beim Sonnenschutz setzen immer mehr Menschen auf Naturprodukte. Forscher haben die Schutzwirkung von Samen und Ölen untersucht - mit zwiegespaltenem Ergebnis. mehr »

"Abwarten und Teetrinken geht nicht mehr"

Unser London-Korrespondent Arndt Striegler beobachtet die Brexit-Verhandlungen hautnah - und ist verwundert über die May-Regierung, während die Ärzte immer mehr in Panik verfallen. mehr »

Pflege bleibt Problembereich

Der Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen ist 2016 drastisch zurückgegangen. Die erweiterten Kontrolloptionen der Leistungsträger müssen aber erst noch Wirkung zeigen. mehr »