Ärzte Zeitung, 28.09.2010

Neue Struktur des Zivildienstes weiter in der Diskussion

BERLIN (bee). Die Deutschen Sozialverbände und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) sind von der derzeitigen Debatte über die Zukunft des Zivildienstes enttäuscht.

Neue Struktur des Zivildienstes weiter in der Diskussion

Zivildienst - quo vadis? Viele Verbände stellen sich diese Frage und sind mit der momentanen Debatte unzufrieden.

© Bernd Friedel / imago

"Wir begrüßen zwar, dass es Konzeptionen gibt, doch wir vermissen die Dringlichkeit, mit der das Problem gelöst werden muss", sagte DKG-Sprecher Moritz Quiske im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung". "Derzeit haben die Kliniken keine verlässlichen Konstruktionen, wie der Zivildienst künftig weitergeführt wird", so Quiske.

Nach der Klausurtagung der Präsidien von CDU und CSU am Montag hatten die beiden Parteien sich noch nicht auf einen gemeinsamen Kurs bei der Neugestaltung einigen können. In einer gemeinsamen Erlärung hieß es, dass man "eine neue Kultur der Freiwilligkeit in Deutschland im Sinne einer aktiven Bürgergesellschaft" fördern wolle.

Dabei steht auch die Frage im Raum, ob der neue Dienst und die bisherigen Strukturen beim finanziell unattraktiveren Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) nicht zu deutlich in der Konkurrenz stehen. Davor hatten bereits die Länder Bayern und Rheinland-Pfalz in zwei unterschiedlichen Anträgen an den Bundesrat vergangenen Freitag gewarnt.

Beim Deutschen Caritasverband hegt man auch Zweifel, ob neben dem durchaus beliebten FSJ eine weitere Dienstform aufgebaut werden sollte. "Wir plädieren dafür, die Jugendfreiwilligendienste auszubauen", sagte Michael Bergmann von der Caritas zur "Ärzte Zeitung".

Allerdings sieht der Bund hier verfassungsrechtliche Bedenken, da der bisherige Zivildienst aus Bundes-, das FSJ allerdings aus Landesmitteln gefördert wird. Bergmann begrüßt aber die bereits begonnenen Gespräche über die künftige Ausgestaltung des neuen Dienstes. "Wir sind allerdings mit der enormen Eile unzufrieden, in der Änderungen geplant werden sollen", sagte Bergmann.

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