Ärzte Zeitung, 18.01.2011

Kommentar

Mit Freiheit Punkte machen

Von Helmut Laschet

Wie beurteilen Briten, Franzosen und Schweden ihr eigenes und das Gesundheitssystem anderer Länder? Bei allen Unschärfen geben die Antworten im Rahmen einer Studie des Arzneimittelunternehmens Janssen-Cilag Aufschluss darüber, dass zwei Kriterien die Qualität der Patientenversorgung maßgeblich beeinflussen: die freie Arztwahl und der prinzipiell rasche Zugang zu Innovationen. Diese beiden Kriterien sind es, die das deutsche Gesundheitssystem aus der Sicht seiner europäischen Nachbarn aufwertet.

Allerdings: Das deutsche Gesundheitssystem ist nicht Spitze. Eindeutig besser liegen Schweden und die Schweiz. Und die Franzosen geben ihrem System die Bestnote, was allerdings Briten und Schweden überhaupt nicht nachvollziehen können.

Das Fazit, das sich daraus ziehen lässt, ist: Bei allen anstehenden Reformen muss darauf geachtet werden, Freiheitsgrade und Wahlmöglichkeiten bei der Gesundheitsversorgung zu sichern.

Eine Sorge, mit der in Deutschland mitunter auch Angst geschürt wird, scheint unberechtigt: die Amerikanisierung des Gesundheitswesens. Klipp und klar zeigen die Umfrageergebnisse: Die USA sind für Europa, das eine eigene Sozialkultur hat, kein Vorbild.

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