Ärzte Zeitung, 18.01.2011

Afghanistan-Einsatz wird auch für Ärzte gefährlicher

Bundestag debattiert am Freitag über die Verlängerung des Mandates

NEU-ISENBURG (bee). Der Bundestag wird am kommenden Freitag über die Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan debattieren. In den vergangenen zehn Jahren hat sich für die Bundeswehr die Lage am Hindukusch deutlich verändert.

Afghanistan-Einsatz wird auch für Ärzte gefährlicher

Üben für den Auslandseinsatz: Am Sanitätslehrregiment im bayerischen Feldkirchen werden Sanitätsoffiziere für den Ernstfall ausgebildet.

© bee

Die Bundesregierung will Ende Januar das Mandat für den Afghanistan-Einsatz vom Bundestag verlängern lassen.

Gleichzeitig gibt es zwischen dem Außenminister Guido Westerwelle (FDP) und dem Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) Streit über ein konkretes Datum zum Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan.

Während sich die FDP dafür einsetzt, noch 2011 mit dem Rückzug zu beginnen, will sich der Verteidigungsminister auf kein Datum festlegen lassen. In einem Interview sagte zu Guttenberg, dass dieses Jahr ein "hochintensives" für die Truppe sein werde.

Die aufständischen Taliban spürten den zunehmenden militärischen Druck der Bundeswehrtruppen, ihre Reaktionen würden immer verzweifelter und damit gewalttätiger.

"Die Verantwortlichen vor Ort schätzen die Lage im Moment so ein, dass wir uns einer Art Kulminationspunkt nähern", sagte der Minister.

Auf die Soldaten und die Sanitätsoffiziere kommen daher in den künftigen Wochen weitere - auch psychische - Einsatzbelastungen zu.

An einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) sind 2010 in den ersten drei Quartalen 483 Soldaten erkrankt, damit bereits mehr als im kompletten Jahr 2009.

Aktuellere Zahlen lagen nach Anfrage der "Ärzte Zeitung" bei mehreren Bundestagsfraktionen noch nicht vor. Die Bundeswehr bereitet speziell Ärzte auf die Gefahren des Einsatzes am Sanitätslehrregiment Feldkirchen in Bayern vor.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »