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Verunsicherung mit dubioser Zahl zu Impf-Todesfällen

Der Pädiaterverband tritt vehement falschen Behauptungen notorischer Impfkritiker entgegen.

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Pass im Zeichen des Impfens: Falsche Zahlen, mit denen jüngst Impfkritiker agiert haben, bringen den BVKJ in Rage.

Pass im Zeichen des Impfens: Falsche Zahlen, mit denen jüngst Impfkritiker agiert haben, bringen den BVKJ in Rage.

© Bernhard Classen / imago

KÖLN/WIESBADEN (ras). Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) legt sich erneut mit Impfkritikern an. Freimuth Hessenbruch, ein Allgemeinmediziner mit anthroposophischer Zusatzqualifikation, hatte im Zusammenhang mit der 2. Nationalen Impfkonferenz in Stuttgart behauptet, dass in Deutschland 500 Menschen infolge von Impfungen gestorben seien.

Diese Angaben, bei denen sich Hessenbruch auf Daten des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden bezog, seien falsch, sagte BVKJ-Präsident Wolfram Hartmann der "Ärzte Zeitung".

"Würden die behaupteten Zahlen tatsächlich stimmen, dann müssten Impfprogramme sofort gestoppt und Impfempfehlungen geändert werden."

Tatsächlich habe das Statistische Bundesamt in den vergangenen zehn Jahren 59 Fälle registriert, die "möglicherweise in irgendeinem Zusammenhang mit Impfungen stehen könnten". Meistens ist dies zudem über diesen langen Zeitraum eine zeitlicher Koinzidenz - eine Kausalität gebe es kaum.

Wer Masern als eine harmlose Krankheit bezeichne, handelt laut Hartmann "grob fahrlässig". Beim letzten großen Masernausbruch 2006 in Duisburg hätten sich 1700 ungeimpfte Menschen mit der Krankheit angesteckt.

Zwei kleine Kinder seien gestorben, ein drittes sei an subakuter sklerosierender Panenzephalitis (SSPE) erkrankt. Bei einer großen Epidemie in Bulgarien 2009 seien 20 000 Menschen erkrankt und mehr als 20 gestorben.

Völlig haltlos sei schließlich auch die These der Impfkritiker, dass der Rückgang von Infektionserkrankungen eher auf eine verbesserte Hygiene als auf Impfungen zurückzuführen sei. Seit Einführung der Impfprogramme ist laut Hartmann die Zahl der Maserntoten in Afrika um mehr als 80 Prozent zurückgegangen.

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