Ärzte Zeitung, 03.05.2011

Kommentar

Opfer für die Wissenschaft?

Von Helmut Laschet

Die Mehrzahl der Medizinstudenten sind inzwischen Frauen, in der praktischen Medizin sind sie auf dem Vormarsch, und in der Pädiatrie und Gynäkologie werden sie künftig dominant sein.

Ganz anders dagegen sieht es in der Forschung aus. Professorinnen haben immer noch Seltenheitswert, und manches deutet darauf hin, dass sich dies nur wenig ändern wird.

Die Diskussionsveranstaltung "Chances" im Rahmen des Internistenkongresses lieferte am Sonntag einige Gründe dafür. Ist es schon schwierig, Weiterbildung, Familie und Kinderwunsch zu vereinbaren, so gilt dies erst recht für eine wissenschaftliche Karriere.

Vor die Alternative gestellt, 60 Wochenstunden oder mehr für die Forschung zu arbeiten, entscheiden sich junge Ärztinnen dann doch eher für die praktische Arbeit.

Dafür gibt es auch wirtschaftliche Gründe: Die Tarifgehälter für Nachwuchswissenschaftler liegen mit 2500 Euro brutto weit unter denen der in der Patientenversorgung tätigen Ärzte. Ein harter Verzicht für Ruhm, Ehre und möglicherweise auch internationale Anerkennung. Andererseits: Kann die Wissenschaft auf das Forscher-Talent von Frauen verzichten? Wohl kaum!

Lesen Sie dazu auch:
Offene Stellen - der Nachwuchs wird wählerisch

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Welche Stoffe in Energy-Drinks wirken auf Herz und Kreislauf?

Energy-Drinks haben eine durchschlagende Wirkung: Es kommt zu signifikanten Verlängerungen des QTc-Intervalls, und der systolische Blutdruck ist erhöht. Möglicherweise ist dafür nicht nur das Koffein verantwortlich. mehr »

Das war der Ärztetag 2017 in Bildern

Das war er nun, der 120 Ärztetag in Freiburg. Unsere Bildergalerie zeigt die schönsten, spannendsten Momente des viertägigen Kongresses. mehr »

Grünes Licht für GOÄ-Reformprozess

Der Deutsche Ärztetag hat den Verhandlungsführern für die GOÄ-Reform am Donnerstagabend grünes Licht für den weiteren Novellierungsprozess gegeben. mehr »