Ärzte Zeitung, 08.05.2011

Kommentar

Kliniken am Abgrund

Von Helmut Laschet

Jede zehnte Klinik steht vor der Insolvenz - diese Nachricht im Klinik-Rating-Report des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung muss auch niedergelassene Ärzte alarmieren.

Denn besonders betroffen sind kommunale Häuser und solche in eher ländlichen Regionen. Gerade dort droht aber auch die ambulante Versorgung in den kommenden Jahren zu erodieren. Das heißt: Kranke Krankenhausstrukturen werden diese Lücken in der ambulanten Versorgung nicht ausfüllen können.

Das muss der Gesetzgeber in Rechnung stellen, wenn er in diesem Jahr das Versorgungsgesetz erarbeitet. Vor allem geht es hierbei um die Rolle der Länder und ihre Verantwortung bei der Sicherstellung der Versorgung. Vollmundig fordern die Länder mehr Mitwirkungsrechte bei der Bedarfsplanung.

Der Umgang mit den Hoheitsrechten in der Krankenhausversorgung muss freilich zu dem Schluss führen, dass viele Länder ihre Rechte verwirkt haben. Von Ausnahmen abgesehen hat kaum ein Land ausreichend investiert. Man darf sich nicht wundern, wenn die nächste Privatisierungswelle auf die Krankenhauslandschaft zurollt. Und so manche Klinik für immer dicht bleibt.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
RWI-Präsident regt Klinik-Abwrackprämie an

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

Die neue Statistik der Bundesärztekammer liegt vor. Sie zeigt, wo die meisten Behandlungsfehler passierten und wie die Schlichterstelle meistens entschied. mehr »

Abstimmung über Trumps Gesundheitsreform verschoben

Die Republikaner haben nicht genügend Stimmen für die Abschaffung von "Obamacare" zusammen, verschieben die Abstimmung im Kongress. Trump muss warten - das kann ihm nicht schmecken. Aber das Weiße Haus macht Druck. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »