Ärzte Zeitung, 29.05.2011

Hohe Gesundheitsbelastung? AOK Nordwest unterstützt Betriebe

Was tun, wenn die Zahl der Krankschreibungen in der Firma immer stärker steigt? Die AOK Nordwest bietet ganz spezielle Gesundheitsanalysen.

Von Dirk Schnack

Hohe Gesundheitsbelastung? AOK Nordwest unterstützt Betriebe

Wettlauf gegen die Uhr: Hektik und Stress bestimmen Arbeitsalltag in vielen Kliniken.

© imago

KIEL. Zeitdruck und Stress führen immer häufiger zu Erkrankungen und Ausfallzeiten in den Unternehmen. Die AOK Nordwest bietet Betrieben deshalb unternehmensspezifische Gesundheitsanalysen.

"Probleme in Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung": In dieser Diagnosegruppe dokumentieren Ärzte in Schleswig-Holstein immer häufiger Zustände physischer und psychischer Erschöpfung bei ihren Patienten. Der aktuelle Gesundheitsreport der AOK im Norden zeigt, dass die Krankheitstage in dieser Diagnosegruppe zwischen 2004 und 2010 um das Neunfache gestiegen sind.

"Zeitdruck und Stress nehmen offenbar weiter zu. Für viele Menschen besteht zunehmend die Gefahr, von zwei Seiten gleichzeitig auszubrennen, vom Beruf her und durch familiäre Belastungen", sagte der Vorstandschef der AOK Nordwest, Martin Litsch. Seine Kasse geht gezielt auf Betriebe zu, um die Ursachen der Arbeitsunfähigkeitszeiten zu analysieren und gesundheitliche Belastungen im Unternehmen zu reduzieren.

Ein Instrument sind etwa Gesundheitszirkel, die aus Mitarbeitern eines Firmenbereiches, des Betriebsrates und dem Betriebsarzt bestehen. Die Zirkel werden von einem AOK-Mitarbeiter moderiert.

Das Team soll Zusammenhänge zwischen Arbeitsbelastungen und gesundheitlichen Beschwerden identifizieren und Lösungsvorschläge für das Management entwickeln, damit die Betriebe zielgerichtete Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung einleiten können.

Insgesamt waren AOK-Versicherte im Norden vergangenes Jahr durchschnittlich 19 Kalendertage krankgeschrieben. Die längsten Ausfallzeiten weisen Mitarbeiter der Straßenreinigung und Abfallbeseitigung (32,4 Tage) sowie Krankenpfleger (29,2 Tage) auf. Bei Sprechstundenhilfen sind die durchschnittlichen Ausfallzeiten am kürzesten (10,6 Tage).

Zweidrittel der Krankschreibungen hatte eine Dauer von bis zu sieben Tagen. Jede 20. Arbeitsunfähigkeit betrifft Langzeitpatienten, die länger als sechs Wochen ausfallen.

Topics
Schlagworte
Politik & Gesellschaft (74591)
Organisationen
AOK (7065)
Personen
Dirk Schnack (1322)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »