Ärzte Zeitung, 20.09.2011

Häusliche Gewalt: NRW setzt auf Zahnärzte

KÖLN (iss). Die 11.000 Zahnärzte in Nordrhein-Westfalen sollen bei ihren Patienten künftig verstärkt auf Anzeichen häuslicher Gewalt achten und Opfern Hilfe anbieten.

Die Zahnärztekammern und Kassenzahnärztlichen Vereinigungen haben einen "Befundbogen forensische Zahnmedizin" entwickelt. Er dient der vor Gericht verwertbaren Dokumentation typischer Anzeichen.

"Gerade Zahnärztinnen und Zahnärzte sind für viele Opfer von häuslicher Gewalt eine wichtige Anlaufstelle, da Verletzungen im Mund-Kiefer-Bereich ohne Behandlung oft nicht ausheilen", sagt Landesgesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne), Schirmherrin der Aktion.

Nach Angaben der Zahnärztekammer Nordrhein lassen sich 60 bis 80 Prozent der Verletzungen aufgrund von häuslicher Gewalt im Mund-Kiefer-Gesichtsbereich diagnostizieren.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBV drücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Auch mit Kind zügig möglich"

Eine Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »