Ärzte Zeitung, 22.09.2011

Kommentar

Bald Durchblick an der Küste?

Von Dirk Schnack

Zwei Probleme des Gesundheitswesens sind die oft gegensätzlichen Interessen der Akteure und fehlender politischer Mut, der Bevölkerung die Wahrheit über den mit begrenzten Mitteln möglichen Leistungsumfang zu sagen. Beide Probleme geht Schleswig-Holstein mit dem Beirat Gesundheit und Pflege an.

Zum Start ist vorsichtiger Optimismus erlaubt. Mit Gesundheitsökonom Fritz Beske und Gesundheitsminister Heiner Garg sind wichtige Wegbereiter vorhanden. Auf Verbandsseite sind alle Organisationen der Heilberufe im Boot, ein Patienten-Dachverband schickt Vertreter.

Damit sind gute Voraussetzungen geschaffen, um zu umsetzbaren Empfehlungen zu kommen. Wenn dies gelingt, müssen die Beteiligten zu den Folgen stehen: Gesundheitspolitiker sind unter Zugzwang, der Öffentlichkeit reinen Wein einzuschenken.

Patientenverbände in der Pflicht, nicht nur über Rechte, sondern auch über Eigenverantwortung aufzuklären. Und die Heilberufe werden sich noch stärker den Themen Nachwuchs und Delegation widmen müssen.

Es bestehen Chancen, dass die Empfehlungen im Konsens erarbeitet werden. Ob das ausreicht, damit Politiker sich von nicht einzulösenden Versprechen verabschieden, bleibt abzuwarten.

Lesen Sie dazu auch:
Schleswig-Holstein lässt die Hosen runter

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Bundestag macht den Weg frei für Cannabis auf Rezept

13:12Ärzte können Hanf als verschreibungspflichtiges Medikament verordnen. Nach jahrelanger Debatte hat das Parlament heute den Umgang mit Cannabis als Medizin völlig neu geregelt. Krankenkassen müssen die Kosten im Regelfall erstatten. mehr »

Kein Schmerzensgeld für die künstliche Ernährung des Vaters

Das Münchener Landgericht hat die Klage gegen einen Hausarzt, der einen Patienten vermeintlich unnötig lange künstlich ernähren ließ, abgewiesen. Gleichwohl attestierte es einen Behandlungsfehler. mehr »

Droht Briten eine zweite Creutzfeldt-Jakob-Welle?

In Großbritannien ist ein Mann an einer ungewöhnlichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Dies nährt Befürchtungen, wonach mehr als 20 Jahre nach der BSE-Krise eine zweite Erkrankungswelle ansteht. mehr »