Ärzte Zeitung, 16.10.2011

Kommentar

Immer noch Vorsorge-Lücken

Von Raimund Schmid

Krankenkassen und Gesetzgeber sind diesmal beim Herbstkongress der Kinder- und Jugendärzte in Bad Orb nicht verschont worden.

Die Kassen sind in die Schusslinie geraten, weil sie in ihren Selektivverträgen mit den Pädiatern die neuen Vorsorgen aufnehmen und auch noch gut honorieren, im GBA dagegen die Übernahme der neuen Vorsorgen in die Regelversorgung verhindern.

Da könnte man schon auf den Gedanken kommen, dass den Kassen der Wettbewerb wichtiger ist als ein breit gespanntes Früherkennungsnetz für alle Kinder.

Dies kann derzeit ohnehin nicht etabliert werden, weil gesetzlich versicherte Kinder im Grundschulalter hierzulande keinen Anspruch auf Vorsorgen haben. Deshalb kam auch die Bundesregierung in Bad Orb nicht ungeschoren davon.

Seit Jahren wird sie nicht nur von den Pädiatern aufgefordert, das Gesetz entsprechend zu ändern. Doch nichts geschieht. Deshalb ist es jetzt überfällig, dass sich auch die Kassen politisch - außerhalb ihrer eigenen Selektivverträge - für die neuen Vorsorgen stark machen. Alles andere ist einfach nur unglaubwürdig!

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