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Psychotherapie für Migranten - Tagesklinik meldet Erfolge

Die Tagesklinik des Transkulturellen Zentrums für Psychiatrie und Psychotherapie in Hannover hat eine Versorgungslücke schließen können.

Christian BenekerVon Christian Beneker Veröffentlicht:
Der Hilfebedarf ist so groß wie in der Literatur beschrieben: Dr. Hamit Ince.

Der Hilfebedarf ist so groß wie in der Literatur beschrieben: Dr. Hamit Ince.

© Beneker

HANNOVER. Die Somatisierung psychischer Erkrankungen bei Migranten kann verhindert werden. Das zeigt die Arbeit in der Tagesklinik des Transkulturellen Zentrums für Psychiatrie und Psychotherapie in Hannover-Linden.

Hilfebedarf ist groß

Nach knapp einem Jahr "haben wir festgestellt, dass der Hilfebedarf für Menschen mit ausländischen Wurzeln in Deutschland wirklich so groß ist, wie in der Literatur beschrieben”, sagte der Leiter des Zentrums, der Psychiater Dr. Hamit Ince. "Aber weil wir hier keine Sprachbarrieren haben, gehen die Somatisierungen deutlich zurück.”

Die Klinik bietet Einzel- und Gruppentherapie, Entspannungsübungen und Kreativunterricht. Bisher gab es bundesweit gerade für Menschen mit türkischem Hintergrund nur wenige Hilfsangebote, weil Sprachbarrieren die Verständigung erschwerten. Die Einrichtung habe wichtige Versorgungslücken schließen können.

Bei den türkischen Patienten suchen überwiegend Frauen, zunehmend auch Männer - ihr Anteil beträgt rund 30 Prozent -, das Gespräch mit dem Spezialteam der Tagesklinik. Die häufigsten Diagnosen sind Psychosen, Depressionen, Ängste und Persönlichkeitsstörungen - und Somatisierungen.

Desomatisierung durch Verbalisierung

"Viele Türkinnen haben somatische Beschwerden wie Kopfschmerzen, Magenprobleme oder Verspannungen an Nacken und Rücken. Wir klären vor allem den Zusammenhang zwischen Psyche und Körper auf. Desomatisierung durch Verbalisierung lautet unser Konzept", erklärt die Diplom-Psychologin Semra Sgarra.

Das Konzept mit einem bilingualen Team von Ärzten, Therapeuten, Sozialdienstmitarbeitern und Pflegekräften sei aufgegangen, hieß es. Außer vielen türkisch-stämmigen Patienten werden immer mehr Patienten behandelt, die aus Russland stammen.

"Alterspsychiatrie und Sucht sind dabei große Themen", erklärt Ince. Im vergangenen Jahr wurden pro Quartal rund 400 Patienten behandelt. In der Tagesklinik arbeiten vier Ärzte, fünf Psychologen, je zwei Ergotherapeuten und Sozialarbeiter sowie fünf Pflegekräfte.

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