Ärzte Zeitung, 29.11.2011

Kommunen suchen Strategien für Prävention vor Ort

ERFURT (rbü). Gesundheit ist ein Standortfaktor, der von vielen Kommunen noch immer unterschätzt wird. Bei einer Fachtagung in Weimar ließen sich Thüringens Bürgermeister und Sozialdezernenten deshalb zum Thema kommunale Gesundheitsförderung beraten.

Angesichts des demografischen Wandels und der Finanzschwäche vieler Gemeinden könne es eine Lösung sein, kommunale Strukturen gesundheitsförderlich auszurichten, sagte Sozialstaatssekretär Hartmut Schubert (SPD).

Gesundheit müsse als kommunaler Standortfaktor verstanden werden. Noch immer gebe es aber Barrieren bei der fächerübergreifenden Zusammenarbeit vor Ort.

Gesundheit in erster Linie eine Angelegenheit jedes Einzelnen

Gleichzeitig fehlen auf lokaler Ebene oft die nötigen Daten für eine aktive politische Steuerung, erklärte Dagmar Starke von der Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen Düsseldorf.

Als oberste politische Gesundheitsziele, so Schubert, verfolge Thüringen die Prävention und Bewältigung von Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus Typ 2, seine Begleiterkrankungen und Vorläufer wie Übergewicht und Bewegungsmangel.

Darüber hinaus stellte er Depressionen und Suchtkrankheiten oben auf die Agenda. Gesundheit sei in erster Linie eine Angelegenheit jedes Einzelnen, gleichzeitig bedürfe es aber kommunaler und staatlicher Anreize, um ein positives Gesundheitsverhalten zu fördern.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »