Ärzte Zeitung, 08.12.2011

Kommentar

Fauler Kompromiss, ehrgeiziges Projekt

Von Rebecca Beerheide

Das Gespenst eines "Arzt-light", der nach einem dreijährigen Bachelor-Studium künftig am Krankenbett steht, spukt noch in vielen Köpfen von Universitäts-Funktionären.

Dieser Geist ist bei dem Kompromiss zu spüren, der den Weg zur Gründung einer neuen Medizinfakultät in Oldenburg öffnet: Zwar wird die niedersächsische Universität gemeinsam mit der Universität im niederländischen Groningen eine Medizinerausbildung mit Bachelor- und Master-Abschlüssen anbieten - doch die Prüfungen für die neuen Abschlüsse gibt es nur in Holland. In Deutschland bleibt es beim Staatsexamen.

Mit diesem faulen Kompromiss retteten die ehrgeizigen Oldenburger das spannende Projekt European Medical School. Auch haben sie ihre Kritiker aus Universitäten und Kammern geschickt um den Finger gewickelt: Im Gründungsausschuss haben die Skeptiker einen Sitz und behalten somit den Überblick über jeden Schritt, den die noch junge Fakultät tut.

Ein innovativer Studiengang sollte nicht durch politische Ränkespiele kaputt gemacht werden. Besonders in der oft unterschätzten Region zwischen Weser und Ems kann er wichtige Impulse für die Versorgungsforschung und die medizinische Versorgung liefern.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Weg für European Medical School ist fast frei

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »