Pneumologen: Rauchen ist echt krank!

Wenn Raucher vom Tabak loskommen wollen, sollten dann die gesetzlichen Kassen dafür bezahlen müssen? Ja, fordern Suchtexperten und Lungenfachärzte. Nein, sagt die FDP - und wird dafür heftig kritisiert.

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Rauchen dürfe nicht als Lifestyle verharmlost werden, warnen Lungenfachärzte.

Rauchen dürfe nicht als Lifestyle verharmlost werden, warnen Lungenfachärzte.

© blickwinkel / imago

HEIDENHEIM (HL). Suchtexperten und Pneumologen sind verärgert über die FDP. Deren Drogenexpertin Christine Aschenberg-Dugnus hatte es abgelehnt, Therapien zur Tabakentwöhnung und dabei auch Arzneimittel in den GKV-Leistungskatalog aufzunehmen.

Ihre Begründung: Dies gehöre in die Eigenverantwortung der Betroffenen. Gerade dies bestreiten die Fachmediziner von acht Verbänden und haben sich nun in einem Offenen Brief an Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr gewandt und eine positive Entscheidung angemahnt.

Die Ärzte verweisen darauf, dass der Bundesausschuss schon zweimal - 2009 und 2011 - dafür plädiert habe, Tabakentwöhnungstherapien in das DMP COPD und Asthma aufzunehmen und damit als Kassenleistung zu etablieren.

In diesem Jahr wird sich der GBA erneut damit beschäftigen. Das Bundesgesundheitsministerium habe die Zeit bislang ungenutzt verstreichen lassen.

Rauchen ist nicht "Lifestyle"

Sowohl Professor Dr. Anil Batra, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie, als auch Dr. Thomas Hering vom Bundesverband der Pneumologen weisen darauf hin, dass Rauchen eine ernst zu nehmende Krankheit wie Alkoholismus ist. Rauchen dürfe nicht als "Lifestyle" verharmlost werden.

In anderen europäischen Ländern, etwa der Schweiz und Großbritannien, werden Entwöhnungstherapien von den Krankenversicherungen bezahlt.

Für Deutschland liegen Evaluationen des Gesundheitsökonomen Professor Jürgen Wasem (Uni Duisberg-Essen) vor, die eine Entwöhnungstherapie auch mit Arzneimitteln als kosteneffizient bewerten.

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Prof. Dr. Hans Meffert 02.02.201210:52 Uhr

Schreiben ist echt schwer

Bei allem Jugendkult sollte die deutsche Sprache nicht vorsätzlich verhunzt werden. Die Autoren schaden damit ihren lobenswerten Zielen.
Mit freundlichem Gruß
Prof. Dr. med. Hans Meffert

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