Ärzte Zeitung, 09.02.2012

Bischof will Missbrauch weiter aufklären

MÜNCHEN/ROM (dpa). Der Münchner Erzbischof Reinhard Marx hat in Rom die weitere Aufarbeitung des Missbrauchsskandals gefordert. Der Missbrauchsskandal habe "nach innen und außen zu einem Glaubwürdigkeitsverlust geführt, der noch nicht überwunden ist", sagte Marx am Donnerstag auf einem vom Papst dazu einberufenen Expertentreffen.

"Abschottung, Verharmlosung und Relativierung führen nicht zum Ziel, neue Glaubwürdigkeit zu gewinnen", warnte der Kardinal. Der Schutz der Institution habe zu lange im Vordergrund gestanden. "Es ist festzuhalten, dass die Opfer und ihre Perspektive und ihr Leiden systematisch ausgeblendet waren.

Das Schuldbewusstsein in diesem Punkt war offensichtlich weitgehend nicht da", sagte Marx. und kritisierte, dass lange "der Versuch unternommen wurde, einer schrecklichen Wahrheit auszuweichen".

Statt auf die Medien zu schimpfen, müsse die Kirche heute die Missbrauchsfälle mit dem Mut zur Wahrheit aufarbeiten und beispielhaft handeln. Das sei ein entscheidender Beitrag für einen Neuaufbruch der Kirche, die "in der Aufarbeitung und Prävention sexuellen Missbrauchs mittlerweile eine Vorreiterrolle übernommen" habe.

Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller hatte dagegen der Nachrichtenagentur dpa erklärt: "Wir haben keinen umfassenden Missbrauchskomplex, sondern wir haben verteilt über Jahrzehnte Einzelfälle". Nicht die Kirche, sondern die jeweiligen Täter seien verantwortlich.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »