Ärzte Zeitung online, 15.03.2012

Jeder Zweite treibt keinen Sport

BAIERBRUNN (dpa). Fast jeder zweite Deutsche (48,8 Prozent) legt in der Freizeit lieber die Füße hoch, statt Sport zu machen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage der "Apotheken Umschau" vom Donnerstag hervor.

Vier von zehn Befragten räumten demnach sogar ein, sich innerhalb einer Woche nicht einmal zehn Minuten lang mehr als nötig bewegt zu haben (39,2 Prozent).

Als Gründe nannten die Bewegungsmuffel aber nicht etwa spannendere Hobbys: Jeder Vierte (24,9 Prozent) gab an, er sei einfach "zu bequem" - und jeder Fünfte (21,3 Prozent) hielt Sport schlichtweg für unnötig.

Für die Umfrage hatte die GfK Marktforschung Nürnberg 2000 Männer und Frauen ab 14 Jahren befragt.

[16.03.2012, 11:27:19]
Dr. Walther J. Kirschner 
Bewegungsmangel - multiple Sekundärschäden - volkswirtschaftliche Kosten
Der Kommentar von Dr. Grünwoldt v. 15.03. zeigt sehr schön Problematik u. Hintergrund auf. Dem kann man sich voll anschließen. - Hier noch einige ergänzende Aspekte:

Obwohl die Problematik medizinisch u. gesundheitspolitisch seit langem bekannt ist, entstehen - bei fehlenden Umsetzungen geeigneter Strategien - weitere exorbitante volkswirtschaftliche Kosten durch Sekundärschäden ( metabolische Syndrome, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Arthrosen, chronische Gelenk-/Rückenschmerzen u.a.).

Verblüffend - aus anderer Perspektive: konsequent - was sich diese technologisch entwickelte Gesellschaft da leistet: nach wie vor keine adäquate Umsetzung durch nationale Gesundheitspolitik und keine suffizienten interdisziplinären medizinischen Strategien, Programme, Konzepte u.ä. Bisherige Maßnahmen sind eher isoliert individualisiert.

Aufgrund fehlender nationaler Programme sollte zumindest die Ärzteschaft (Verbände u. wissenschaftliche Gesellschaften) erforderliche Präventionsprogramme u. Strategien entwickeln. Angesichts der demographischen Entwicklung wird das Thema zunehmend brisanter.

Dr. W. Kirschner
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[15.03.2012, 16:43:05]
Dr. Horst Grünwoldt 
Bewegungs-Mangel
Kindheit,Sport und Jugend gehört natürlich zusammen. Damit wird der angeborene, natürliche Bewegungs-Drang schon beizeiten gefördert und entwickelt.
Erst alle sitzenden oder stehenden Tätigkeiten (Schule, Berufsausbildung, Studium, Büroarbeit u.s.f.) dämpfen diesen gesunden Vorwärtsdrang. Und es wird den meisten "Zivilisations"-Krankheiten der Weg bereitet.
Ausdruck dessen ist vor allem die "coutch-potatoe"; aber auch besonders der Autofahrer, dem kein Weg zu kurz ist, "vorzufahren".
Schaut mal genau hin, wie mühsam so mancher Dicke oder über 50 Jährige aus seinem schicken Wagen herauskrabbelt.
Wenn die Erhebungszahlen für Unsportlichkeit in Deutschland stimmen, dann haben wir -trotz fitnesswelle- beinahe US-amerikanische Verhältnisse schon erreicht. Und da sollten die Glocken bei den Gesundheits-Politikern aber läuten und dem Schul- und Freizeit-Sport eine hohe Priorität einräumen.
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock.
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