Schönheits-Op unter 18: Scheitert das Verbot?

Die Union will Schönheitsoperationen unter 18 gesetzlich verbieten - doch jetzt bremst das Bundesgesundheitsministerium.

Veröffentlicht:
Brustvergrößerungen nur für Erwachsene, fordern die Unionspolitiker. Gesetzlich lässt sich das offenbar aber nicht regeln.

Brustvergrößerungen nur für Erwachsene, fordern die Unionspolitiker. Gesetzlich lässt sich das offenbar aber nicht regeln.

© iStockphoto / Photos.com plus

BERLIN (af). Zu einem Verbot von kosmetischen Eingriffen bei Minderjährigen wird es vorerst nicht kommen.

Einer solchen Neuregelung ständen das Recht auf Selbstbestimmung, das Recht auf elterliche Sorge und die Berufsfreiheit der Ärzte entgegen, erklärten Sprecherinnen von Gesundheits- und Justizministerium am Freitag.

Vom Tisch sei die Anregung aus der Unionsfraktion damit aber noch nicht, sagte eine Sprecherin von Minister Bahr der "Ärzte Zeitung". Ein Verbot könne nicht vom BMG geregelt werden.

Bislang hätten die betroffenen Ressorts – Gesundheit, Recht sowie Familie und Jugend – nicht abgesprochen, wie und wo ein Verbot veranlasst werden könne.

Bereits 2008 habe aber eine Anhörung im Bundestag ergeben, dass es verfassungsrechtliche Einwände gegen ein solches Verbot gebe.

Schönheits-Operationen ohne medizinische Grundlage an Minderjährigen zu verbieten, hatten Angehörige der CDU/CSU-Fraktion gefordert. Die Regelung sollte zum Beispiel Brustvergrößerungen erfassen, nicht aber Piercings. Sie sollte Teil des Patientenrechtegesetzes werden, das derzeit beraten wird.

Zahl der Operationen umstritten

Die Unions-Abgeordneten drangen zudem darauf, den Begriff "Schönheitschirurgie" zu schützen. BÄK-Präsident Dr. Frank Ulrich Montgomery verwies darauf, dass nicht qualifizierte Ärzte laut Musterberufsordnung berufswidrig handelten, wenn sie dennoch Schönheits-Ops vornähmen.

Das Ausmaß des Problems ist umstritten. Die Verfasser des umstrittenen Positions-Entwurfes gehen davon aus, dass zehn Prozent aller schönheitschirurgischen Eingriffe an unter 20-Jährigen vorgenommen würden.

Sie beziehen sich dabei auf Informationen der Vereinigung Deutscher Plastischer Chirurgen. Damit haben sie die Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) gegen sich aufgebracht.

Dort heißt es, dass die angeführten zehn Prozent sämtliche plastisch-chirurgischen Operationen bei Minderjährigen umfassten, auch die durch Fehlbildungen oder Verbrennungsfolgen ausgelösten.

Tatsächlich würden lediglich 1,16 Prozent der ästhetischen Eingriffe bei Minderjährigen durchgeführt. Die Korrektur abstehender Ohren stehe zahlenmäßig ein deutig an erster Stelle, sagte DGPRÄC-Präsident Professor Peter Vogt.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Krebskongress

Tumorchirurgie: Geschlecht zählt auf beiden Seiten des Skalpells

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe

Krankenhausreform

Klinik-Atlas soll zum Gemeinsamen Bundesausschuss umziehen

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Pharmakokinetik von Rezafungin bei einer Dosierung von 400mg, gefolgt von 200mg einmal wöchentlich

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [10]

Invasive Candida-Infektionen

Modernes Echinocandin – optimierte Eigenschaften und klinische Vorteile

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mundipharma Deutschland GmbH & Co. KG, Frankfurt/Main
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Roboter-assistiertes Operieren: von Pionieren lernen

© 2024 Intuitive Surgical Operations Inc.

Operationstechnik

Roboter-assistiertes Operieren: von Pionieren lernen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Intuitive Surgical Deutschland GmbH, Freiburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Brustkrebs Symbolbild

© Sebastian Kaulitzki / stock.adobe.com

Risikoadaptiert und individualisiert behandeln

Frühes Mammakarzinom: So optimieren Sie die Therapie

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Eine Ärztin spricht mit einer Patientin.

© Siphosethu F / peopleimages.com / Stock.adobe.com

Krebsprävention durch Kommunikation

Zu Krebs halten sich Mythen und Irrtümer hartnäckig – Aufklärung tut not

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Drei Operateure in einem Operationssaal.

© Robert Kneschke / stock.adobe.com

Krebskongress

Tumorchirurgie: Geschlecht zählt auf beiden Seiten des Skalpells

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe