Ärzte Zeitung, 22.08.2012

Kommentar

An der Seite der Opfer

Von Christian Beneker

Die Scham überwinden. Das "Netzwerk ProBeweis" in Niedersachsen kann helfen, häusliche Gewalt einzudämmen. In Opferambulanzen versorgen Ärzte die Opfer von Vergewaltigungen und Misshandlungen. Vor allem Frauen sind betroffen.

Dabei dokumentieren und sichern die Mediziner auch die Spuren der Gewalt für eventuelle spätere Gerichtsverfahren. Denn die Opfer sind meistens direkt nach den Attacken schlichtweg nicht in der Lage, die Täter anzuzeigen und sich mit dem polizeilichen und juristischen Vorgang von Anzeige und Gerichtsverfahren auseinander zu setzen.

Die Zahlen sind bedrückend. Allein in der Region Hannover erfahren mehr als 5000 Menschen im Jahr häusliche Gewalt, von der vielleicht noch viel höheren Dunkelziffer und all den anderen Regionen in Niedersachsen und Deutschland ganz zu schweigen.

Die Mitglieder des Netzwerkes ProBeweis machen aktiv Gesellschaftspolitik und stellen sich ausdrücklich an die Seite der Opfer. Beschämend für die Gesellschaft bleibt, dass immer noch viel zu oft zugeschlagen, geprügelt und vergewaltigt wird.

So hilft das Netzwerk auch, die Augen offen zu halten, es ist öffentlicher Zeuge für die Gewalt im Land.

Lesen Sie dazu auch:
"Pro Beweis" hilft Opfern, sichert aber auch Spuren von Straftaten

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