Ärzte Zeitung, 29.08.2012

Kommentar

Gegenentwurf zum Gelehrtenturm

Von Christian Beneker

Die Studenten können kommen. Die European Medical School in Oldenburg geht im Oktober an den Start und mit ihr eine Uni-Medizin, die nach langem Ringen aus Teilen der drei Oldenburger Krankenhäuser geschmiedet wurde.

Mancher Vertreter der etablierten Forschung und Lehre rümpft die Nase über die Oldenburger Konstruktion - zu Unrecht. Die Oldenburger haben aus der Situation das Beste gemacht.

In Forschung und Lehre schöpfen die Initiatoren nun aus verschiedenen Quellen, um dem ersten Jahrgang der EMS qualifiziertes Personal anzubieten. Nun wird die Praxis der Lehre und Forschung entscheiden, ob der richtige Weg eingeschlagen wurde. Und nicht zuletzt die Studierenden werden mit den Füßen abstimmen.

Im Nordwesten bemüht man sich bewusst um Kontakt zu den übrigen Kliniken und Praxen in der Region. So wie es aussieht, will die EMS und die Uni-Medizin also kein Gelehrten-Turm in der Versorgungslandschaft sein, sondern hat sich vorgenommen, direkt und praxisnah zu arbeiten.

Dass viele der neuen EMS-Professoren die längste Zeit ihrer Karriere am Krankenbett zugebracht haben, dürfte kein Schaden sein. Die späteren Patienten der ersten EMS-Studenten werden es ihnen danken.

Lesen Sie dazu auch:
EMS: Uniklinik Oldenburg - geschmiedet aus drei Krankenhäusern

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »