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Nach dem PIP-Skandal

Weniger Brust-Ops

Der Skandal um schadhafte Brustimplantate geht nicht spurlos an der Schönheitschirurgie vorbei: Erstmals ist die Zahl der Brust-Ops gesunken. Dafür steigt der Anteil älterer Patienten in der ästhetischen Chirurgie.

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Implantat für die Brust: Nach PIP sind viele Frauen skeptischer.

Implantat für die Brust: Nach PIP sind viele Frauen skeptischer.

© Peter Widmann / imago

BERLIN (ami). Brustvergrößerungen bleiben die beliebtesten Eingriffe der ästhetisch-plastischen Chirurgie. Doch der Anteil der Patientinnen, die sich für den Eingriff entscheiden, ist gesunken.

Die Deutsche Gesellschaft für ästhetisch-plastische Medizin (DGÄPC) hält es für möglich, dass das eine Folge des PIP-Skandals um undichte Brustimplantate ist. Sie will aber auch andere Ursachen nicht ausschließen.

"Die Patientinnen sind vorsichtiger geworden", sagte DGÄPC-Präsident Dr. Sven von Saldern am Mittwoch in Berlin.

Bei der jährlichen Umfrage der DGÄPC gaben 2011 nur noch 23,5 Prozent der Patientinnen an, dass sie sich für eine Brustvergrößerung entschieden haben. Im Jahr zuvor waren es noch 29,2 Prozent.

Das sei einerseits auf den PIP-Skandal zurückzuführen, unterstütze andererseits aber auch die wachsende Bedeutung kleinerer Eingriffe in der ästhetisch-plastischen Behandlung.

DGÄPC-Präsident von Saldern begrüßte, dass ein Denkprozess über die Sicherheit von Medizinprodukten eingetreten sei. Nach seinen Angaben wird bislang nur der Produktionsweg kontrolliert, nicht aber das fertige Produkt.

Anteil der Männer gleichbleibend

Er vertrat die Auffassung, "dass das unter Umständen zu wenig ist und weitere Kontrollen nötig sind".

Von Saldern kündigte an, dass die Fachgesellschaft daran mitwirken wolle, "vernünftige Normen mit Augenmaß zu entwickeln". Die Europäische Union hat bereits mit zwei neuen Vorschriften auf den PIP-Skandal reagiert.

Nach Erhebungen der DGÄPC werden jährlich rund 15.000 bis 20.000 Brustvergrößerungen in Deutschland vorgenommen. Diese Zahlen basieren auf einer Industrieumfrage und sind laut von Saldern "die ersten absoluten Zahlen, die wirklich belastbar sind".

In der Rangliste der beliebtesten ästhetisch-plastischen Behandlungen bleibt die Brustvergrößerung aber unangefochten auf Platz eins, gefolgt von Lidstraffung und Fettabsaugung. Diese beiden Eingriffe sind auch bei Männern sehr beliebt.

Dabei sind die Männer in den Praxen der Schönheitschirurgen im Durchschnitt jünger als die Frauen und im Gegensatz zu den weiblichen Patienten oft Singles.

Männer stellten etwa ein Sechstel bei der Umfrage der DGÄPC unter insgesamt gut 1200 Patienten. Ihr Anteil blieb gleich. Gestiegen ist aber das Durchschnittalter der Patienten und Patientinnen. Besonders die Altersgruppen 40+ und 60+ verzeichnen deutliche Zuwächse.

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