Ärzte Zeitung, 14.12.2015

Gesundheitsrisiken

Regierung kennt die Folgen von Leiharbeit nicht

BERLIN. Welche gesundheitlichen Risiken durch Leiharbeit entstehen, weiß die Bundesregierung überwiegend nicht. In der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Linken-Fraktion dominiert die Antwort "Daten liegen nicht vor".

Aus dem Gesundheitsbericht der Techniker Kasse 2013 geht hervor, dass bei Beschäftigten der Leiharbeitsbranche 18 Fehltage je Versichertenjahr registriert wurden. Bei den übrigen Beschäftigen waren es 13 Tage. Diese Unterschiede ließen sich teils aus dem unterschiedlichen Berufsspektrum bei Leiharbeitern und bei übrigen Beschäftigten erklären.

Höhere Verordnungszahlen etwa bei Antidiabetika sprächen aber dafür, dass der Gesundheitszustand von Leiharbeitern "von der Ausübung ihrer Beschäftigung unabhängige Unterschiede" im Vergleich zu dauerhaft Beschäftigten aufweist, heißt es in der Regierungsantwort.

Die Quote der Arbeitsunfälle in der Zeitarbeitsbranche sei seit Jahren rückläufig. Statistische Vergleiche mit der Gesamtwirtschaft seien wegen unterschiedliche Bezugsgrößen nur schwer möglich. (fst)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »