Ärzte Zeitung, 25.01.2016

Führerscheinentzug

Gericht für alten Grenzwert bei Cannabis

GELSENKIRCHEN. Trotz gegenteiliger Empfehlung der Grenzwertkommission sollte der Grenzwert für einen Führerscheinentzug nach Cannabiskonsum nicht angehoben werden. Diese Auffassung hat jetzt das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen vertreten.

Bislang gehen Gerichte und Behörden in Deutschland von einem Grenzwert von 1,0 Nanogramm Tetrahydrocannabinol (THC) je Milliliter Blut aus.

Bei einer höheren Konzentration des Cannabis-Wirkstoffs im Blut wird angenommen, dass der Autofahrer Droge und Autofahrten nicht ausreichend "trennen" kann und sich deshalb auch fahruntauglich ans Steuer setzt.

Die Grenzwertkommission, eine Arbeitsgruppe verschiedener medizinischer Fachgesellschaften, hatte im September 2015 empfohlen, den Cannabis-Grenzwert auf 3,0 Nanogramm THC je Milliliter Blutserum deutlich anzuheben.

Entgegen der bisherigen Praxis von Gerichten und Behörden folgte dem das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen nun nicht. "Aus juristischer Sicht" gebe es keinen Anlass, den bisherigen Grenzwert aufzugeben. Die genaueren schriftlichen Urteilsgründe liegen noch nicht vor. (mwo)

Verwaltungsgericht Gelsenkirchen, Az.: 9 K 1253/15 und weitere

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. Offenbar fällt es aber schon Kindern schwer, ihre Bewegungsmuster zu ändern. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethische Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »