EU-Vorschlag zu Patienten-Infos stößt auf Kritik

BERLIN (fst). Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) hat sich kritisch zu den Plänen der EU-Kommission geäußert, die Arzneimittelherstellern erlauben will, Patienten direkt über verschreibungspflichtige Präparate zu informieren.

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Die Arzneimittelkommission lehnt den Richtlinienentwurf unter Verweis auf die Risiken ab, "die aus einer Ausweitung der Informationsmöglichkeiten der Industrie resultieren". Es könne nicht verhindert werden, dass Hersteller mit direkter Patienteninformation "auch eigennützige Ziele verfolgen und durch Überschreitung der unscharfen Grenzen zur Werbung Informationen auch als Bestandteil ihres (...) Marketings für Arzneimittel nutzen".

Der Richtlinienentwurf sieht eine Unterscheidung zwischen erlaubter "Information" und unerlaubter "Werbung" für verschreibungspflichtige Arzneimittel vor. Gestattet sind die Weitergabe von Informationen über das Internet oder Printmedien nur dann, wenn sie von Patienten angefordert oder abgefragt werden.

Die Verbände der pharmazeutischen Industrie hingegen haben den EU-Vorschlag begrüßt. Die Hersteller verfügten "über wichtige Informationen zu ihren Arzneimitteln, die zunehmend auch von Patienten nachgefragt werden", hieß es beim Bundesverband der pharmazeutischen Industrie (BPI).

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