Ärzte Zeitung, 08.05.2009

Höhere Verordnungsmenge lässt Arzneiausgaben steigen

Impfausgaben sinken im ersten Quartal / März mit deutlichen Mehrkosten

FRANKFURT/MAIN (fst). Von Januar bis März haben Vertragsärzte Arzneimittel und Impfstoffe im Wert von 7,415 Milliarden Euro zu Lasten der Kassen verordnet.

Seit Mitte vergangenen Jahres hält der Abwärtstrend bei den Ausgaben für Impfstoffe an - sie haben sich seitdem fast halbiert.

Damit ergibt sich für das erste Quartal 2009 eine moderate Ausgabensteigerung von 4,1 Prozent, geht aus Zahlen des Marktforschungsunternehmens IMS Health hervor. Höhere Steigerungsraten hatte es zuvor im letzten Quartal 2008 gegeben. Eine Erklärung dafür ist, dass der Dezember als klassischer "Bevorratungsmonat" gilt. Fortgesetzt hat sich seit Jahresbeginn der Sinkflug bei Impfausgaben, die sich auf 233 Millionen Euro belaufen.

Allerdings haben sich die Arzneiausgaben im März mit plus 15,8 Prozent wieder dynamisch entwickelt. Im Januar und Februar (0,4 und 2,8 Prozent) hatte es zuvor praktisch kein Umsatzwachstum gegeben. Für die uneinheitliche Entwicklung gibt es allenfalls Erklärungsansätze. Dies könnten zeitweise Praxisschließungen aus Protest gegen die Honorarreform sein oder auch Unsicherheiten bei der Diagnose-Codierung.

Daten von IMS Health lassen erkennen, wie sich das Umsatzwachstum von 4,1 Prozent zusammensetzt: Treibender Faktor ist danach die höhere Menge abgegebener Arznei-Packungen. Dagegen hat das Preisniveau um 0,4 Prozent abgenommen. Am interessantesten ist die so genannte Strukturkomponente: Sie untersucht Verschiebungen innerhalb und zwischen Präparategruppen und gibt Auskunft darüber, wie Ärzte ihre Verordnungen sukzessive modernisieren: Das geringe Wachstum von 1,4 Prozent zeigt, dass Ärzte dies zurückhaltend und kostenbewusst tun.

Topics
Schlagworte
Arzneimittelpolitik (7056)
Organisationen
IMS Health (342)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »