Ärzte Zeitung, 16.07.2009

Forscher entwickeln neue Beipackzettel

KÖLN (iss). Wenn Patienten Informationen über Arzneien nach ihren Bedürfnissen gestalten könnten, sähen sie anders aus als die heute üblichen Beipackzettel.

Das zeigt eine Untersuchung der Uni Witten/Herdecke (UWH) im Auftrag des Bundesforschungsministeriums. "Bisher hat niemand die Patienten gefragt, was sie über Medikamente wissen und wie sie die Information haben wollen", sagt die klinische Pharmakologin Professor Petra Thürmann.

Das hat die Forschergruppe der UWH geändert: Sie hat in Hausarztpraxen Patienten zu den Beipackzetteln befragt, die an Diabetes, Bluthochdruck oder erhöhtem Cholesterin leiden. "Die meisten hielten die Zettel für zu umfangreich, wenig verständlich und hätten stattdessen lieber ausführlicher mit ihrem Arzt über das Medikament gesprochen", sagt Pflegewissenschaftler Dr. Oliver Herber.

Auf Basis der so gefundenen Kriterien entwickeln die Forscher jetzt Broschüren für bestimmte Arzneien. Sie werden über Hausarztpraxen und öffentliche Plätze an rund 1000 Patienten verteilt. "Wir werden sie dann befragen, ob sie die Broschüren verstanden und ob sie ihnen geholfen haben", sagt Thürmann.

Mit den Ergebnissen dieses zweiten Untersuchungsschritts wollen die Forscher Beispiele für patientennahe Beipackzettel entwickeln.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »