Freitag, 25. Mai 2012
Ärzte Zeitung, 26.11.2009

Kommentar

Meilensteine und Stolpersteine

Von Thomas Müller

Unglaublich, aber wahr: Da setzen sich zwei bis drei Dutzend Organisationen zusammen und diskutieren vier Jahre über die bestmögliche Versorgung von Depressions- und Demenzpatienten, und heraus kommen nicht nur heiße Luft und Absichtserklärungen, sondern zum Teil ganz konkrete evidenzbasierte Empfehlungen. Die neuen S3-Leitlinien sind daher tatsächlich Meilensteine. Wenn alle an der medizinischen Versorgung Beteiligten ernsthaft wollen, können sie an einem Strang ziehen - und ein Gegengewicht zu den weder von Konsens noch von Transparenz geprägten Aussagen des IQWiG bilden.

So orientierte man sich bei der Demenztherapie am wissenschaftlichen Standard, der Cholinesterase-Hemmer und Memantine einbezieht, und nicht an den Positionen des Kölner Instituts. Auf dem DGPPN munkelten Experten bereits, dass das IQWiG seine umstrittene Positionen zur Demenztherapie nicht wird halten können. Die neue S3-Leitlinie könnte dabei mit zu einem Stolperstein werden.

Lesen Sie dazu auch:
Neu: S3-Leitlinien zu Depression und Demenz
Klare Worte zu Depressionen
IQWiG hat Abschlussbericht zu drei Antidepressiva vorgelegt

| Share

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

"Ärzte Zeitung" und AOK suchen einen Landarzt

"Landarzt gesucht" - unter diesem Motto suchen die "Ärzte Zeitung" und der AOK-Bundes­verband für die Gemeinde Woldegk in Mecklenburg einen neuen Hausarzt. Im Interview sprechen der AOK-Chef und der Chef von Springer Medizin über die Hintergründe. mehr »

Ärzte, vernetzt Euch!

Vom Deutschen Ärztetag soll ein Aufruf ausgehen für mehr vernetztes Arbeiten von Ärzten. Doch die Botschaft stieß nicht auf einhellige Begeisterung. Denn Kooperationen bergen auch das Risiko neuer Abhängigkeiten für Ärzte, warnten Delegierte. mehr »

Ein Jahr nach EHEC: "Viele Ärzte haben gar nicht gemeldet"

Viel wurden die Behörden während der EHEC-Epidemie gescholten. Doch auch an der Basis, bei den Ärzten, lief nicht alles rund. Im Interview zieht der Chef-Epidemiologe vom Robert Koch-Institut, Professor Gérard Krause, Lehren und spricht über selbst ernannte Experten. mehr »