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Adipositas - mehr als ein Lifestyleproblem

Adipositas kann die Lebenserwartung der Menschen verkürzen. Im Kampf gegen die Pfunde halten Experten eine breitere Aufklärung der Menschen für sinnvoll.

Dirk SchnackVon Dirk Schnack Veröffentlicht:
Abnehmen - Experten raten zu einem ganzheitlichen Progamm. © PeJo/fotolia.com

Abnehmen - Experten raten zu einem ganzheitlichen Progamm. © PeJo/fotolia.com

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HAMBURG. Trendforscherin Corinna Langwieser erwartet künftig eine noch deutlichere Trennung unserer Gesellschaft. Die Münchener Journalistin prognostiziert, dass Menschen mit guter Bildung und hohem Einkommen noch gesundheitsbewusster leben werden. Sozial Schwache mit geringer Bildung und wenig Einkommen werden sich dagegen auch künftig kaum mit der eigenen Gesundheit auseinandersetzen. Die Folgen beschreibt Langwieser drastisch: "Das bedeutet mehr Superdicke und mehr Superfitte".

Um zu verhindern, dass sie zu den Superdicken gehören, greifen viele Menschen zu medikamentöser Unterstützung. Wie aber können solche Maßnahmen zu einem dauerhaften Erfolg führen? Bei einer Veranstaltung des Unternehmens GSK in Hamburg wurde deutlich, dass Experten es für sinnvoll halten, wenn Patienten dafür auch selbst in die Tasche greifen müssen. Ernährungspsychologe Dr. Thomas Ellrott etwa begrüßt eine Eigenbeteiligung der Patienten, um deren Motivation zu erhöhen.

Zugleich sieht er deutliche Unterschiede bei den auf den Markt befindlichen Produkten gegen die Pfunde: "Viele wirken nicht besser als Placebo", lautete sein Fazit aus einer Studie mit frei verkäuflichen Medizinprodukten und Nahrungsergänzungsmitteln. Er rät deshalb dazu, Arzneimittel mit nachgewiesener Wirksamkeit in ein ganzheitliches Programm zur Gewichtsreduktion einzubinden.

Weil bei der Wahl des richtigen Produktes gegen Adipositas zunehmend der Rat der Apotheker gefragt ist, hat GSK bereits rund 25 000 Mitarbeiter aus deutschen Offizinen geschult. Nach Erfahrungen des Unternehmens ist bei Adipositas ein niedrigschwelliges Angebot erforderlich. Für Menschen, die den Weg in die Arztpraxis scheuen, sei deshalb die Beratung in den Apotheken wichtig.

Nach Einschätzung des niedergelassenen Ernährungsmediziners Professor Stephan Jacob werden die Konsequenzen von Adipositas in der Gesellschaft aber noch nicht in ihrer ganzen Tragweite erfasst. Er warnte davor, Adipositas als reines Lifestyleproblem abzutun: "Wir erwarten eine rückläufige Lebenserwartung, wenn wir jetzt nicht aktiv werden", sagte Jacob in Hamburg. Auch von Ärzten könnte nach seiner Ansicht mehr getan werden, dicken Menschen zu helfen. Dann müsse aber schon in der medizinischen Ausbildung begonnen werden, die angehenden Ärzte für das Thema zu sensibilisieren. Unter den Patienten müssten besonders die Risiken des Bauchfetts bekannter gemacht werden.

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