Ärzte Zeitung, 09.02.2010
Forschende Industrie will Vorfahrt für Direktverträge
BERLIN (HL). In die für Donnerstag nächster Woche anberaumten Gespräche mit Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler geht der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) mit dem Vorschlag, die Effizienz in der Arzneimittelversorgung mit Direktverträgen zwischen Einzelkassen und Firmen zu verbessern.
Nach Auffassung des VFA, so Hauptgeschäftsführerin Cornelia Yzer im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung", haben sich konventionelle Kostendämpfung und zunehmende Regulierung in der Arzneimittelversorgung verbraucht. Im Vordergrund hätten bislang fast immer die Ausgaben gestanden, jedoch nicht die Effizienz unter Berücksichtigung der Versorgungsqualität.
Der VFA schlägt nun ein zweistufiges Modell vor. Vorrang sollen dezentrale Verträge zwischen Herstellern und Kassen haben. Darin können - außer Rabatten - auch Versorgungsziele und die Begleitung durch Versorgungsforschung geregelt werden. Mit dem Gesetzgeber muss geregelt werden, wie hoch der Marktanteil sein soll, der von solchen Verträgen erfasst wird. Wird diese Schwelle innerhalb einer bestimmten Zeit nicht erreicht, so greift die zentrale Kosten-Nutzen-Bewertung mit der Festsetzung eines Höchsterstattungs-Betrages. Hier sieht der VFA keinen gesetzgeberischen Handlungsbedarf. Notwendig sei, dass alle Beteiligten die Kosten-Nutzen-Bewertung als einen Prozess der Konsens-Findung begreifen, der pragmatisch auf die jeweilige Problemstellung zugeschnitten ist, so Yzer.
Lesen Sie dazu auch:
VFA setzt auf Wettbewerb mit Qualität

Weitere Beiträge
|
| [09.02.2010, 16:32:28] |
| Helmut Karsch
|
|
| Frau Yzer! Da war doch etwas
|
Man muß kein Prophet sein um zu wissen was passiert. Egal welcher Vorschlag von den Nachfolgern der "Ig Farben" kommt, es wird niemals dazu führen, dass es zu einem "Minusgeschäft" wird. Wer" Koch" und wer "Kellner" ist wird auch Herr Rösler schnell erkennen. zum Beitrag »
|
Weitere Top-Meldungen
[18.03.2010]
Die private Krankenversicherung konzentriert ihren Wettbewerb auf junge, gesunde Versicherte, lässt alte Tarife systematisch vergreisen und kranke Versicherte in die Kostenfalle laufen. Die ärztliche Versorgung ist teuer und - anders als in der GKV - ohne effektive Steuerungsmöglichkeiten.
mehr »
[18.03.2010]
Der Ulmer Generikahersteller ratiopharm wird an den weltgrößten Hersteller von Nachahmerprodukten, Teva Pharmaceutical, verkauft. Das teilten Teva und die zur Merckle Gruppe gehörende VEM Vermögensverwaltung am Donnerstag mit. Der Verkaufspreis liegt bei 3,625 Milliarden Euro.
mehr »
[18.03.2010]
Trotz des kalten Winters könnte die Zeckenplage und das damit verbundene Risiko einer Gehirnhautentzündung weiter ansteigen. "Es gibt keine Veranlassung zu glauben, dass die Zecken weniger geworden sind", erklärte Professor Jochen Süss vom Friedrich-Loeffler-Institut in Jena am Mittwoch auf einer Veranstaltung in München.
mehr »