Ärzte Zeitung, 18.03.2010

Arzneiausgaben sind im Januar rückläufig

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Arzneimittel und Impfstoffe sind im Januar 2010 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,6 Prozent auf 2,314 Milliarden Euro gesunken.

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Eine frühe Welle von Erkältungen und grippalen Infekten im November 2009 hat die Ausgaben für entsprechende Präparategruppen im Januar sinken lassen.

Von Florian Staeck

FRANKFURT/MAIN. Das Marktforschungsinstitut IMS Health kann seit Anfang des Jahres die Ausgaben marktnäher als bisher erfassen. Denn die Daten basieren nunmehr auf Apothekenverkaufspreisen, von denen Zwangsrabatte von Herstellern und Apotheken bereits abgezogen sind. Nicht berücksichtigt werden die Einsparungen durch Rabatte, weil diese nur geschätzt werden können.

Auf Basis dieser Daten haben die Kassen im Januar 2,24 Milliarden Euro für Arzneimittel und 65 Millionen Euro für Impfstoffe ausgegeben. Im Dezember hatten die Ausgaben insgesamt noch 2,52 Milliarden Euro betragen. Stärker noch als die Ausgaben hat sich im GKV-Markt die Zahl der abgegebenen Packungen verändert. Sie nahm um 10,5 Prozent ab, im Segment der nicht-verschreibungspflichtigen Präparate sogar um 20,2 Prozent.

Ein Motor der Entwicklung war im Januar der teilweise stark rückläufige Markt für Präparate gegen grippale Infekte oder Erkältungskrankheiten. Ursächlich dafür dürfte sein, dass eine erste Welle von Erkältungskrankheiten bereits im November zu verzeichnen gewesen ist. Damals waren die Arzneiausgaben um 9,9 Prozent emporgeschnellt (wir berichteten).

Im Januar zeigt sich -  auch wegen ins vierte Quartal 2009 vorgezogener Arztbesuche - nun umgekehrt ein Umsatzrückgang der einschlägigen Arzneigruppen: Etwa bei Expectorantien ohne Antiinfektiva (minus 40,6 Prozent) oder bei Antitussiva (minus 50,2 Prozent). Der lange Winter zeigt auch bei anderen saisonal indizierten Arzneigruppen Auswirkungen. So sank die Zahl der Packungen etwa bei Antiallergika und Antiasthmatika, weil sich die Pollensaison in das Frühjahr verschoben hat.

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