Ärzte Zeitung, 10.09.2010

Arzneimittelausgaben steigen im Jahresverlauf moderat

Die Arzneimittelausgaben der Gesetzlichen Krankenkassen sind im Juli mit einem Plus von einem Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat fast konstant geblieben.

Ausgaben steigen im Jahresverlauf moderat

FRANKFURT/MAIN (fst). Ärzte haben im Juli Arzneimittel und Impfstoffe im Wert von 2,577 Milliarden Euro zu Lasten der GKV verordnet, teilt das Beratungsunternehmen IMS Health mit. Das entspricht einem Anstieg von einem Prozent im Vergleich zum Juli 2009.

Lässt man die Impfausgaben von etwa 72 Millionen Euro außen vor, dann beträgt der Anstieg 1,5 Prozent. Der Umsatz mit Vakzinen hat sich im Juli mit minus 15,8 Prozent erneut stark rückläufig entwickelt. Bei diesen Daten sind Apothekenverkaufspreise zugrunde gelegt, von denen die Zwangsrabatte von Apotheken und Herstellern bereits abgezogen sind. Die Zahl der abgegebenen Arznei-Packungen ist um ein Prozent auf etwa 57 Millionen Packungen gesunken.

Insgesamt ergeben sich für den Zeitraum von Januar bis Juli Ausgaben von 17,138 Milliarden Euro, das entspricht einem Plus von 3,3 Prozent verglichen mit dem gleichen Zeitraum im Vorjahr. Ohne Berücksichtigung der Vakzine liegt der Anstieg bei vier Prozent. Rückläufig hat sich die Zahl abgegebener Packungen entwickelt, und zwar um minus 0,5 Prozent auf 392,4 Millionen.

IMS Health hat die Zahl der Verordnungen von Januar bis Juli im Vergleich zum Vorjahr auch nach Fachgruppen aufgeschlüsselt - die Daten sind ein Spiegelbild des sich verändernden Versorgungsgeschehens. Dabei zeigen sich bei Praktikern (minus 0,4 Prozent) und Internisten (plus 2,2 Prozent) nur geringe Verschiebungen. Die Zunahme psychischer Erkrankungen spiegelt sich bei Psychiatern, Neurologen und Nervenärzten in einem Plus von 6,9 Prozent bei den Verordnungen.

Fast ebenso deutlich ist mit 6,1 Prozent der Anstieg bei Klinik-Ambulanzen, die mit der GKV abrechnen. Am stärksten aber legen mit 22,9 Prozent die Verordnungen in Medizinischen Versorgungszentren zu. Ihre Bedeutung wächst, zumal die Zahl der dort arbeitenden Ärzte binnen Jahresfrist von etwa 5500 (2008) auf 7100 (2009) gestiegen ist.

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