Ärzte Zeitung, 21.10.2010

In Apotheken ist jedes dritte Präparat beratungsbedürftig

HANNOVER (cben). Rund jedes dritte von Vertragsärzten in Niedersachsen verschriebene Arzneimittel, Hilfsmittel oder Medizinprodukt ist - unabhängig vom Wirkstoff - allein wegen seiner Darreichungsform besonders beratungsbedürftig. Dies hat das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut (DAPI) auf Basis von Rezeptdaten von GKV-Versicherten für das Jahr 2009 ermittelt.

Die niedersächsischen Apotheken gaben im Jahr 2009 rund 21 Millionen Packungen besonders beratungsbedürftiger Darreichungsformen an rund 3,4 Millionen GKV-Versicherte ab. Mehr als jeder zweite niedersächsische GKV-Patient, der mit Arzneimitteln versorgt wurde, brauchte mindestens ein solches Präparat.

Der größte Anteil der beratungsintensiven Darreichungsformen entfiel auf Tabletten, die nicht geteilt werden dürfen: 1,8 Millionen GKV-Versicherte erhielten magensaftresistent überzogene oder retardierte Tabletten.

Auf Platz zwei mit 780 000 Patienten folgten Medikamente, die gespritzt werden müssen. Apotheker informierten weitere 610 000 Patienten, die ein Medikament inhalierten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »