Ärzte Zeitung, 07.08.2011

Apotheker rühmen sich als Sparfüchse

BERLIN (eb). Die gesetzliche Krankenversicherung gibt 4,46 Milliarden Euro für die Handelsleistung der Apotheken aus - eine geringere Belastung als die Umsatzsteuer von 4,57 Milliarden Euro für Arzneimittel, die mit 19 Prozent besteuert werden.

Darauf macht der Deutsche Apothekerverband (DAV) aufmerksam. "Apotheken gehören zu den kleinsten Ausgabenposten der Krankenkassen, leisten aber einen erheblichen Beitrag zur Gesundheit der Menschen in Deutschland", sagt DAV-Vorsitzender Fritz Becker.

Vom gesamten GKV-Budget entfallen 2,5 Prozent auf die Apotheker.

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Arzneimittelpolitik (6807)
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Fritz Becker (72)
[07.08.2011, 21:21:44]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Dreiste Milchmädchenrechnung?
Der Deutsche Apothekerverband (DAV) mit seinem Vorsitzenden Fritz Becker berichtete, dass Apotheken nur 2,5 Prozent des GKV-Gesamtvolumens von derzeit ca. 180 Milliarden Euro jährlich in Anspruch nehmen. Diese Summe von 4,46 Mrd. € läge unterhalb der Mehrwertsteuerzahlungen der GKV-Kassen von 4,57 Mrd. € für die verordneten Medikamente.

Das gilt jedoch n u r für die B e t r i e b s k o s t e n der Apotheken. Und bei 21.441 Apotheken bedeuten das ca. 210.000 Euro Betriebskosten pro Jahr pro Apotheke. Betriebskostenanteile für Privatmedikation, OTC-Medikamente und den "Grauen Gesundheitsmarkt" kommen noch hinzu.

Der Anteil am GKV-Volumen für ambulante ärztliche Behandlung liegt bei 19 % und der für Medikamente bei 17 %, i n k l u s i v e der Apotheken-Betriebskosten. Der Rest von 64 % der GKV-Gesamtausgaben ist in der öffentlichen Debatte selten Gegenstand intelligenter Reflexion und Diskussion. Besonders unintelligent stellt es sich aber hier dar: Die GKV-Apothekenbetriebskosten werden mit Irgendetwas, wie z. B. den Medikamenten-Mehrwertsteuerzahlungen der GKV-Kassen verglichen. Es wäre genau so abwegig, den Mehrwertsteueranteil aus dem Bundesverteidigungsetat auszupreisen, um den eigenen Laden schön zu rechnen.

Mf+kG, Dr. med Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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