Ärzte Zeitung, 22.01.2012

Kommentar

Endlich raus aus der Illegalität

Von Hauke Gerlof

Das Problem ist seit Jahren bekannt. Ärzte in der palliativmedizinischen Versorgung, die todkranke Patienten zu Hause oder auch im Pflegeheim betreuen, bewegen sich häufig am Rande der Lega lität, wenn sie rund um die Uhr eine adäquate Schmerztherapie gewährleisten wollen.

Nachts und am Wochenende ist der Apotheker vor Ort häufig nicht greifbar oder das verordnete Medikament nicht auf Lager.

Wer dennoch einen Patienten mit Durchbruchschmerzen im Notfall mit den nötigen Arzneien versorgen will und das Schmerzmittel selbst bevorratet und bei Bedarf abgibt, steht bisher häufig mit einem Bein im Gefängnis.

Die Pläne der Bundesregierung, dass Ärzte Opioide zur Unzeit abgeben dürfen, sind daher überfällig. Wenn Politiker fördern wollen, dass Patienten, wenn sie es wünschen, zu Hause und nicht in der Klinik sterben, dann darf es nicht sein, dass eine gute Schmerztherapie an den Umständlichkeiten der Arzneiabgabe scheitert.

Da die Ärzte in der Regel bei der Apotheke vor Ort ihren Bedarf an Betäubungsmitteln decken werden, dürften die Apotheker durch die neue Regelung nicht verlieren. Die Chancen für eine Verbesserung der ambulanten Palliativversorgung stehen gut.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
Bahr holt Ärzte in die Legalität

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