Ärzte Zeitung online, 03.02.2012
Hotline geplant: Patienten sollen Nebenwirkungen von Arzneien melden
LONDON (dpa). Die Überprüfung von Medikamenten soll in Europa vom Sommer an wegweisend verbessert werden und unter anderem Patienten stärker mit einbeziehen.
Es handle sich um die wichtigsten rechtlichen Veränderungen bei der Arzneimittelkontrolle seit mindestens 18 Jahren, teilte die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) am Donnerstag in London mit.
Fünf Monate vor dem Inkrafttreten der EU-Gesetze im Juli sei man gerade dabei, den jeweiligen nationalen Behörden dabei zu helfen, solche und andere Regelungen umzusetzen.
Internet- und Telefonangebote für Patienten angedacht
So unterstützt die EMA nach eigenen Angaben EU-Länder und weitere Staaten dabei, Internet- oder Telefonangebote einzurichten, über die Patienten oder auch Krankenschwestern direkt Nebenwirkungen von Arzneien melden können.
Bisher könnten Nebeneffekte von Medikamenten in vielen Fällen nur über den Arzt an die jeweilige Behörde weitergeleitet werden.
In Zukunft werde bei den Kontrollen außerdem darauf geachtet, dass Risiken und Nutzen besser abgewogen werden.
Für Produkte, die bereits seit vielen Jahren auf dem Markt seien, gebe es neue Überwachungsvorgaben. Insgesamt solle die Kontrolle transparenter werden, hieß es.

Weitere Beiträge
[25.05.2012]
Viel wurden die Behörden während der EHEC-Epidemie gescholten. Doch auch an der Basis, bei den Ärzten, lief nicht alles rund. Im Interview zieht der Chef-Epidemiologe vom Robert Koch-Institut, Professor Gérard Krause, Lehren und spricht über selbst ernannte Experten.
mehr »